Geschichte des Hofes

Lange bevor auf Hof Medewege biodynamische Landwirtschaft betrieben wurde, war es landwirtschaftlich genutztes Gelände. Das Gutshaus wurde 1829 erbaut und beherbergte neben der Gutsfamilie auch Mägde, Knechte und Tiere. Zu DDR-Zeiten war der Hof zunächst VEG (Volkseigenes Gut), später auch LPG (Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft). Mit der Wende hörte die Bewirtschaftung auf, nur die Häuser waren zum Teil noch bewohnt, dabei sehr renovierungsbedürftig. Als der Waldorfverein 1991 nach Räumlichkeiten suchte, wurde ihm das Gebäude zur Verfügung gestellt, in dem noch heute der Kindergarten ist. Gleich 1992 musste der Kindergarten erweitert werden, daher kamen zum Ausbau Künstler und Handwerker dazu. 

Die Landwirte begannen 1993 mit 40 ha Land und ein paar Kühen zu wirtschaften. Vom Potenzial des Ortes angezogen, fanden sich rasch weitere Menschen ein. Mit jedem neuen Bewohner entwickelte und differenzierte sich der Ort weiter und das Angebot wurde vielseitiger. In dieser Zeit bestanden zwar provisorische Nutzungsverträge für Gebäude und Flächen, jedoch keine Eigentumsmöglichkeiten. Erst 2003 war der Abschluss von Kauf- und Pachtverträgen möglich und dadurch gab es Investitionssicherheit. Das Vertrauen der Mitglieder der Hofgemeinschaft zueinander war über die lange Zeit gewachsen und so entschieden sie, gemeinsam die Verantwortung für das Land und die Gebäude zu übernehmen. Die Betriebe wirtschaften weiterhin eigenständig.

„Vom Gedanken der Anthroposophie getragen siedelten sich in den 1990er Jahren neben dem Waldorfkindergarten und der biodynamischen Landwirtschaft auch handwerkliche Betriebe, Künstler und Therapeuten an.“

Demeter Landwirtschaft in der Landeshauptstadt

Heute werden insgesamt über 350 ha bewirtschaftet. Auf dem Hof Medewege sind 16 Betriebe und Initiativen entstanden. Über 120 Menschen haben hier ihren Arbeitsplatz gefunden. Der Hof Medewege ist weit über die Grenzen Schwerins hinaus bekannt. Hofprodukte und Dienstleistungen werden überregional nachgefragt, so kann man z. B. Brötchen der Mühlenbäckerei auf Rügen und das Gemüse der Gärtnerei in Hamburg erwerben.

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