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...ein paar interessante Anmerkungen, Fragen und Gedanken. Zu Lage und Geschichte des Ortes, besser der Orte, denn zwei sind es ja, Groß- und Klein-/Lütt-Medewege.
Wer in Mecklenburg über solches sinnt, muss immer bedenken die Meliorierungen, die sogenannten Verbesserungen, Entwässerungen: Früher gab es erheblich mehr Sumpf- oder Bruchland, breit durchmäanderte Sickersümpfe statt geregelter Wasserläufe, Moore überall. Keine "Störkanäle" und "Wallensteingräben" und also erheblicher wechselnde Wasserstände.
Anhand der Karten läßt gut sich sehen, wie Klein-Medewege sumpfumschlossen auf einer Höhe liegt: gerichtet zum einzigen Zugang von Lankow - gut zu verteidigen, eine wohl typische Slawensiedlung. Noch 1936 ohne Weg und Steg nach Groß-Medewege. Klickt die Karten groß und schaut sie euch an, auf der dritten sind soviele (Hoch-)moore und Stichgräben um KleinMedewege herum zu sehen!

Zwischen dem Barnerstücker und dem Medeweger See besteht heute grade ein halber Meter Gefälle, wenn es stimmt, dass des letzteren Spiegel einmal 1,5 - 2 Meter höher lag, waren beide ein einziger See. (Siehe Frühgeschichte, 2. Absatz, "Die Slawenzeit und die Gründung Mecklenburgs")
Groß-Medewege war wohl die spätere "christliche" Gegengründung, so soll es üblich gewesen sein zur Zeit der Christianisierung: die Slawen blieben und wurden "Klein-" genannt, die Christen siedelten neu daneben, "Groß-" im Land. Ob es einen Fußpfad gab, mit Knüppeldamm? Welche Verbindung außer dem Namen?
Die ersten ernstzunehmenden Kartendetails von Groß-Medewege zeigen eine länglich-runde Siedlung südlich des Seekopfes, dicht an der alten Poststrasse, ihr Zentrum läg heute wohl zwischen Küche und Laden? Erst auf der "Specialkarte der Umgebung von Schwerin" von 1874 sieht man zwei Gebäude westlich der Gutsteichsenke - das Gutshaus und das 1914 sogenannte "Back- und Federviehhaus" standen da schon, sie sind 1824 bzw 1827 gebaut und liegen freilich etwas anders.
Dies alles soll bedacht sein, beim Lesen der Geschichte.

Peter Zimmer, Oktober 2010