Geschichten zur Geschichte

Weil Fragen immer wieder kommen, sollen hier gesammelt werden Kapitel der medeweger Geschichte.
-  Für eine Diplomarbeit an der Uni Kassel sammelten Thomas Goebel und Eckard Grundmann 2001 viele Daten zur Vor- und Frühgeschichte. Hier gibt es einen Auszug daraus. Mit einem Nachwort dazu.
-  Mit der Wende stand hier wie fast überall die Landwirtschaft still, VEG und LPG lösten sich auf, die im Dorf lebenden Arbeiter suchten sich anderswo einen Verdienst, manche spazierten noch regelmäßig durch ihre ehemaligen Arbeitsplätze.
-  Dann fand die Waldorfvereinigung Räume für ihre Kindergarteninitiative und damit fing das Neue an: Der Kindergarten begann (1990 in der Stadt,) am 22.4.1991 in Medewege seinen Betrieb mit einer ersten Gruppe, 1992 öffnete bereits eine zweite. Ingeborg Brethold, erfahrene Waldorfkindergärtnerin wohnte gleich im Gebäude, Christiane v. Domarus als Lehrerin zog ins Mitarbeiterhaus (jetzt Gärtnerhaus) und begann eine Freizeitschule als Vorbereitung einer Waldorfschule.
-  Für die Ausgestaltung der Kindergartenräume wurden Baukünstler aus Dresden und Bremen gewonnen, mit Eltern zusammen im Sommer 1992 gearbeitet. Zwei Künstler blieben, kamen der starken Nachfrage nach Wiegen- und Bettenbaukursen entgegen und gründeten die Bettlerei. Denn in der Waldorfvereinigung gab es Pläne:
-  Auf dem Gelände sollte eine Schule entstehen mit intensivstem Zusammenhang von Pädagogik mit vor allem Landwirtschaft, berufsbildend, praxisorientiert, gern auch mit Lehrwerkstätten.
Burkhart Roloff, ein Kopf der Elternschaft, sprach mit einigen Bauern, im nächsten Jahr 1993 begann eine neue Landwirtschaft. Hartmut Heldt brachte eine Imkerei dazu auf die Beine, kam mit Heike Heldt, frisch ausgebildeter Waldorflehrerin.
-  Und so ging es immer weiter, kamen manche zur Landwirtschaft, manche zum Gesamten dazu, füllten das Rund mit vielen Farben: Gärtner, Bäcker, Filzerin...
-  Unklar blieb lange die rechtliche Lage, offen die Frage der Schule, wohin. Für das, was jetzt ist, ein Dornröschenschlaf. Derweil gab es schöne Versuche zu Formen: Kurz vor 2000 bildete die "Verantwortungsgemeinschaft" Schön & Gut Medewege.
-  Dann endlich wurde entschieden: das Gut gehört der Stadt, - das sickerte langsam auf die Schreibtische der Verwaltung und Ende 2003 konnten wir (4 alle, fast) als GbR Medewege einen Teil des Geländes erbpachten. Und planen und inostieren. Und in Folge baggern und bauen, Leitungen legen, Dächer decken.

Peter Zimmer, September 2010
Die Waldorfschule gründete sich dann in der Stadt, die GbR wurde zur OHG...
Soweit der Vorspann, die nähere Geschichte findet sich verteilt in diesen Webseiten...

Vielfalt auf dem Hof in Groß Medewege

Mit der Wende stand hier wie fast überall im Osten die Landwirtschaft still, VEG und LPG lösten sich auf.

  • Dann fand die Waldorfvereinigung Räume und damit fing das Neue an: Der Kindergarten begann 1991 in Medewege mit einer ersten Gruppe, heute hat er vier und Anwärter für viel mehr. Für die Ausgestaltung der Räume wurden Baukünstler engagiert, zwei blieben und gründeten eine Kurswerkstatt, die Bettlerei. Denn es gab Pläne:
  • Auf dem Gelände sollte eine Schule entstehen mit intensivem Zusammenhang der Pädagogik vor allem mit Landwirtschaft, berufsbildend, praxisorientiert, mit Lehrwerkstätten. Im nächsten Jahr 1993 begann eine neue Landwirtschaft, auch eine Imkerei dazu.
  • Zu Beginn ein Familienbetrieb, wuchs und verzweigte sich die Landwirtschaft bald in Ackerbau & Viehzucht, Gärtnerei und Obstbau, bewirtschaftet insgesamt heute 250 ha. Sie führte zu vielen weiteren verarbeitenden und vermarktenden Betrieben: Gleich ´94 wurde der Hofladen eröffnet, ´97 die Mühlenbäckerei gegründet. Beide Betriebe eröffneten 2008 stark vergrößert neu. Seit ´96 gibt es einen Lieferservice, 2004 gründete sich die jetzige Hofkiste.
  • Weitere Künstler und Handwerker fanden hierher, bieten Produkte und Kurse an: ab
    2000 folgen Filzatelier, Hofzimmerei und Bildhauerei.
    Schulklassen und Gruppen aller Art kommen zu Führungen, dafür wurde 2003 der Kulturverein gegründet. Der Hof ist ein beliebtes Ausflugsziel geworden mit seinem Spielplatz und Kinderbauernhof.
  • Seit 2004 ergänzen Therapeuten mit rhythmischer Massage, Psychotherapie, Kunsttherapie, Biografiearbeit und Lebensberatung unsere Vielfalt, drei Jahre später entsteht das Therapeutikum SALUTA in neuen Räumen im sanierten Gutshaus.
    Die Attraktivität für Besucher steigt nun sehr, das Café wird 2004 eröffnet, 2009 mit Bistro neu.
    Auch das Ferienhaus erfreute sich seither großer Beliebtheit, 2014 gründet sich die Hof-Ferien uG und bietet neu Ferienwohnungen und Gästezimmer an.
    2005 beginnt die Reiterei, ebenfalls sehr attraktiv für Besucher.

Heute wohnen 70 Menschen hier, 35 Erwachsene mit 35 Kindern.
70 Kinder besuchen den Kindergarten.
Rund 120 Mitarbeiter finden ihr Ein- und Auskommen auf dem Hof. Viele Arbeitsplätze sind
entstanden, es gibt einige FÖJ- und FSJ-Stellen.
Jeden Tag besuchen viele Kunden den Laden, Gäste das Bistro und Café.
So sind es inzwischen bald 400 Menschen, die täglich den Hof beleben!

  • In der Stadt gibt es Hofprodukte auf Märkten und in Läden, alle Back- und Konditorwaren
    sowie Suppen von der Hofküche in der Filiale der Mühlenbäckerei am Pfaffenteich. Die
    Waldorfschule wird täglich mit 200 Essen beliefert.
  • In der ganzen Region liefert die Hofkiste außer Obst und Gemüsen die ganze Vielfalt
    unserer Produkte aus, unser Catering wunderbare Menüs aus hofeigener Herstellung.
  • Bis Hamburg und Rostock, Lübeck und Güstrow, Parchim und Ludwigslust kennt man u.a.
    Brot und Konditorwaren von der Mühlenbäckerei vom Hof Medewege.

Nach 21 Jahren erfolgreichen Wachstums erreichen wir räumliche Grenzen, haben wir vor, auf
unserem Nachbargutshof in Klein Medewege eine ähnliche Entwicklung zu beginnen!

Peter Zimmer, Dezember 2013