Immer wieder gab es Rundbriefe...

...meist zu Weihnachten. Vormals von der Landwirtschaft nur, dann vom Gesamt. Hier sind einige zu lesen, lange und kurze, hintereinander weg.
Und als PDF die neuen Jahreszeitenrundbriefe:

Wir Medeweger bedanken uns... 2011
FILZATELIER
Mit der Filzwerkstatt blicke ich auch in diesem Jahr auf eine arbeitsreiche und vielfältige Zeit zurück. Besondere Momente waren die Ausstellung "Zwischenwelten", gemeinsam mit Gabriele Küther-Staudler, Filz und Silke Meier, Malerei im Frauenbildungszentrum Dresden, und im Rahmen des Schweriner Kultursommers die "Schilde des Lebens" im Hofcafe.
Auch durch all die vielen Begegnungen mit Besuchern, bei Filzworkshops und auf Märkten kamen neue Impulse in meine Arbeit, so zum Beispiel die "Skizzen" zum Thema „Urne“ oder die kleinen und großen Filzfische, die in die Welt geschwommen sind. An dieser Stelle sei allen Interessierten und großen und kleinen Filzbegeisterten gedankt!
Martina Zinkowski

PSYCHOTHERAPIE UND STRÖMUNGSMASSAGE
Mütter,Mütter,Mütter ...
Viele Veränderungen in diesem Jahr und viel hatte ich mit Müttern zu tun: Die AWO eröffnete in diesem Jahr ein Haus für sehr junge Mütter mit ihren Kindern, Mütter, die nicht oder noch nicht alleine leben können, weil ihnen Erfahrung, Umfeld und vieles mehr fehlt: Dort wohnen nun mittlerweile sechs Frauen mit Babys, die zu mir in die Psychotherapie kommen. Zudem kamen aus dem Bereich "Hilfen zur Erziehung" von AWO und evangelischer Jugend ebenfalls Mütter dazu und es blieb die Arbeit im Demmler-Heim mit den dazugehörigen Müttern und Vätern.
Viel zu tun und viele Geschichten, die ich höre und sammle in meinem Herzen, ... und auch für mein Buchprojekt „Mütterbilder".
Sternstunden sind dann oft die Massagen dazwischen!
Seit Oktober 2011 arbeite ich nicht mehr nur im SALUTA in Medewege, sondern auch in
Praxisräumen in der Körnerstr.20 in Schwerin. (Zusammen mit meiner Kollegin und Freundin Susanne Sancassani.)
Über all diese Veränderungen bin ich sehr glücklich und schaue dankbar auf die Fülle des Jahres zurück. Vorblick 2012: Ein Kulturhappen im Hofcafe am 11.5.2012 mit Ausstellungseröffnung und Lesung aus dem Buchprojekt „Mütterbilder“.
Claudia Holst

KUNST, LEBENSKUNST, KUNSTTHERAPIE
Ein künstlerisches Projekt: Drei 2,20 m hohe Holzskulpturen, an denen ich die letzten beiden Jahre hier in meinem Bildhaueratelier gearbeitet habe, sind fast vollendet. Sie werden voraussichtlich im Mai 2012 vor der Villa der Waldorfschule aufgestellt.
Die Biografiearbeit zieht größere Kreise. Neben den Einzelbegleitungen und Seminaren sind Weiterbildungen von verschiedenen Institutionen erfragt worden (für Erzieher/innen, FSJ, Hospiz, Pflegeeltern …).
Kunsttherapie: Heilung und Begleitung mit Hilfe der Kunst fand weiterhin mit vielen Erwachsenen und Kindern hier in meiner Praxis (SALUTA), auf der Palliativstation der nahegelegenen Klinik und bei verordneten Hausbesuchen statt.
Ich danke allen für ihr Vertrauen in meine Arbeit.
Mechthild Breme

HOFBAU
2011 wurde das Jahr der Nach- und Vorbereitungen: (Vor-)letzte Kleinigkeiten am Bauernhaus, die gutshäusliche Sauna, pflegende Nachlasur am Bistrogebäude, Altlastenbeseitigung an ehemaliger Milchverarbeitung und sehr viel im Pferdestall wurde getan. Viel mit Hilfe des internationalen Bauordens, alle Jahre wieder! Da wurde sehr der Park gepflegt, Licht und Freiheit geschaffen.
Der Pferdestall ist leer, entkernt und bereit für Firmenarbeit. Die Baugenehmigung dazu ist da, die Feinplanung dafür fast rund.
Eine positiv beschiedene Bauvoranfrage zur großen Eingangsscheune brachte Klarheit über die dort vorhandenen Möglichkeiten, auch das Gebäude wird vielleicht bald angefasst, zu seiner Rettung.
Weil weitere Privatdarlehen ankamen: im Zeichen der Krise sind sinnvolle Geldanlagen gesucht und soll unser "Solifond" allen neu nahegelegt sein!
Peter Zimmer

MEDEWEGE GESELLSCHAFT
Und eine weitere große Baustelle war die Form unserer Gesellschaft. 2003 haben "wir alle" als GbR uns zusammengetan. Zu zehnt. Dies genügte nicht mehr, nicht uns, nicht der Bank. Inzwischen sind wir eine OHG (offene Hof-Gemeinschaft???) mit neuem Vertrag, haben - was nicht leicht war - einen Austritt zu allseitiger Zufriedenheit vorgeklärt und sind uns einig,wer neu sich wirklich verbindet wird, wer mit tragen will Haftung und Risiko, teilen Vermögen, Gewinn und Verlust.
Wir haben sehr, sehr schöne gemeinsame Feste gefeiert dies Jahr, schmieden Pläne für die zukünftige Nutzung des Altcafes und lernten gemeinsam die Gesprächsform "Forum" kennen.
Peter Zimmer

BETTLEREI
Auch Holz sollte es 2011 geben: In den Sommerferien einen Baukurs! Wiegen und Betten und mehr. Auf dem Olgashof, wohin alle kursliche Werkstattlerei zog. Zusammen mit Sven Tau, genau. Leider, leider gab es nicht genug Anmeldungen.
Vor allem betätigte ich mich als Flussbettler: Fließbetten für Lebensströme war immer schon das Oberthema, auch ohne Holz und Bau.
Zurzeit ist es ein zirkulärer Kaländer als Programm, der mich beschäftigt und auch die Frage nach Entscheidungshilfen für soziale Prozesse: frei von dem Mehrheitsgehabe üblichen Demokratie-Unverständnis, mit allen Stimmen befreit zu gleichem Gewicht. "Democracia real" heißt es so schön auf Portugiesisch, und real heißt da königlich auch.
Beides siehe unter den Aktualia von www.bettlerei.de.
PeterZimmer

KULTURVEREIN
Der Kulturverein Hof Medewege arbeitet zurzeit an einem neuen und diesmal auch internationalen Projekt. Nach den zwei erfolgreichen "Aktion Mensch"-Projekten, die uns geholfen haben unseren Kinderbauernhof und den Spielplatz einzurichten, machen wir ab diesem Jahr bei einem EU - Projekt "Grundvig" für lebenslanges Lernen mit. Es geht um den Austausch praktischer Erfahrungen, wie man zu gesundem Essen kommt und welche Rolle dabei soziale, therapeutische und auch wirtschaftliche Aspekte spielen.
Der besondere Beitrag von Medewege in diesem Projekt ist die Vielfalt der Initiativen und Aktivitäten auf unserem Hof.
Alenka Baerens

AUS DER LANDWIRTSCHAFT - ACKERBAU
An die trockenen Frühjahre und die nassen Sommer hat man sich ja schon fast gewöhnt. Neu in diesem Jahr war, dass es in den Monaten Oktober und besonders im November so gut wie nicht geregnet hat. Auch einen Schauer mit taubeneigroßen Hagelkörnern konnte ich dieses Jahr das erste Mal beobachten. Die Wetterextreme scheinen sich weiter zu verstärken. Trotzdem hatten wir unsere beste Ernte, zumindest mengenmäßig, seitdem wir auf dem Hof biologisch dynamisch wirtschaften, das sind inzwischen 17 Jahre. Der nasse Sommer führte zwar dazu, dass die komplette Ernte nachgetrocknet werden musste und Teile des Roggens sowie der Sommerweizen nur als Futtergetreide geerntet werden konnte. Backgetreide ist aber in ausreichender Menge vorhanden und besser Futter geerntet als gar nicht geerntet, wie in einigen Teilen Mecklenburgs. Von einem Misserfolg kann man bei unseren Körnererbsen sprechen, die im Gemenge mit Hafer angebaut werden. Hier entsprach die Erntemenge der Menge der ausgesäten Körner. Alles in allem bleibt die Bilanz aber deutlich positiv.
Das Wintergetreide ist gesät, der Grundstein für die nächste Ernte ist gelegt. Mal sehen, was das kommende Jahr bringen wird.
Stefan Weiß

VIEHHALTUNG
Unsere Schweinehaltung hat jetzt Christian Remmers übernommen. Er ist mit seiner Frau Anita und den Kindern Till(9), Maja(7) und Marie(l) als Landwirtsfamilie diesen Herbst zu uns gekommen. Anita möchte die Käserei übernehmen. Wir haben inzwischen eine Milchviehherde von 50 Tieren. Mit deren Nachzucht landen wir bei ca. 120 Kopf Vieh.
Als Melker hilft uns Robert Pautzke und unsere Lehrlinge sind Christmut Lütjen im 2. und David Heck im 1. Ausbildungsjahr.
Im kommenden Jahr müssen wir ein neues Konzept für unsere Jauche und Mistlagerung realisieren. Die hierfür nötigen Kosten sind für den vorhandenen Viehbestand sehr hoch, daher laufen Überlegungen einen neuen Kuhstall an anderer Stelle zu erstellen.
Georg Jahn

GÄRTNEREI
Was war das für ein Jahr! im Sommer Regen ohne Ende, das ist das, was mir als erstes einfällt. (schon fast vergessen der heiße und trockene Frühling, in dem wir wochenlang ohne eine Beregnungspumpe waren, da es überall Lieferengpässe gab ...) Und es würden mir wohl alle Mitarbeiter zustimmen: jeder mußte zeitweise seine Belastungsgrenzen beherzt überschreiten, um in den wenigen Sonnentagen die während der Regenzeit aufgelaufenen Arbeiten zu bewältigen. Oder in dem drittklassigen Vergnügen, bei spätherbstlicher Juli-Witterung während des Entfernens der von Krautfäule befallenen Tomatenblätter noch an einen erfreulichen Herbst zu glauben.
Doch er kam: ein langer trockener Herbst, der uns die Ernte einbringen ließ, unser Saatgut zum Ausreifen brachte und die vorbereitenden Arbeiten für die Winterzeit ermöglichte, die nun mit der Adventszeit in greifbare Nähe rückt. Dank einer tollen und engagierten Gärtnertruppe sind wir in diesem schwierigen Jahr noch einmal glimpflich davongekommen, was die Erträge des Gartens angeht.
Insgesamt hat sich die Gärtnerei auch in diesem Jahr wieder sehr erfreulich weiterentwickelt. Wir konnten die Vorteile der neuen Halle bis in jeden Winkel nutzen, und in regelmäßigen Abständen fanden dort sogar gut besuchte kulturelle Veranstaltungen statt: vom kleinen Theaterstück, über Tangotanzabend oder ungarische Volksmusik, bis zur deftigen Party. Wenn ich an die Weltereignisse dieses Jahres denke dann sehe ich unsere Gärtnerei wieder in einem anderen Licht: hier ist eine Aufgabe, die Sinn macht, eine unerschöpfliche Lebensperspektive schenkt und immer wieder erlebbar werden läßt, daß die Natur überreich für alle Menschen sorgt, - wenn wir denn bereit sind mit ihr zusammenzuarbeiten. Ich wünsche mir, daß dies auch im kommenden Jahr gelingen möge: viel Lebendiges und Positives in gemeinsamem Tun zu pflanzen, zu pflegen, zu ernten und weiterzugeben.
Rainer Holst

OBSTBAU
Kein Jahr ohne Überraschungen! Die Landwirte müssen das Wetter nehmen, wie´s kommt.
An das trockene Frühjahr gewöhnen wir uns langsam, wir .Bios" erwarten ja schließlich keine Maximalerträge. Die Maifröste ließen bei einigen Apfelsorten den Großteil der Blüten erfrieren, vielleicht ein Drittel Einbuße insgesamt. Aber es war lange nicht so schlimm wie im traditionellen Obstbaugebiet um Boddin/Wittenburg herum.
Der übernasse Sommer bescherte wieder mal Regenflecken satt auf den Äpfeln, aber die Fruchtgröße ist teilweise überdurchschnittlich, was wiederum einige Kunden nach dem Grund für die „Turboäpfel" fragen ließ ...
Mit dem Ernteergebnis bin ich zufrieden, auch der Saft hat eine gute Qualität!
Übrigens:Der Obstbauer sucht dringend einen Juniorpartner. Das breite Sortenspektrum, die eigene Vermarktung und die Einbindung in unsere Hofgemeinschaft versprechen eine vielfältige Tätigkeit. Auch neue Ideen sind immer erwünscht. Bitte weitersagen!
Wolf- Dietrich Kloth

MÜHLENBÄCKEREI
Es ist viel passiert in 2011, fast explosionsartig. Durch starke Nachfrage sowie dem Ausscheiden unserer Konditorin Silke Eickhoff und unserer Frau am Telefon Anne Sump war es nötig, in allen Bereichen neu einzustellen. Es sind leider zu viele, um sie hier alle namentlich zu nennen. Jedenfalls fühlen wir uns stark bereichert. 45 sind wir jetzt alles in allem.
Seit Ostern gibt es unsere erste Filiale in Schwerin, die unser Chef, Christian Fries, mit Herzblut eingerichtet hat. Kein Wunder, dass es dort fortwährend summt und brummt.
Nun wirbeln wir seit Wochen durch die Weihnachtsbäckerei. Wenn dann bald der letzte Stollen verpackt ist, freuen auch wir uns auf eine ruhige und beschauliche Weihnachtszeit, die wir Ihnen allen auch von Herzen Wünschen!
Sabine Emrich

HOFLADEN
Das Jahr 2011 verlief im Großen und Ganzen erfolgreich für den Hofladen.
Durch die nun fast vierteljährlich auftretenden Lebensmittelskandale entwickelte sich der Umsatz bei uns im ersten Halbjahr so gut, dass wir Verstärkung für unser Team benötigten. Ilse Stempelmann, ehemals Melkerin auf dem Hof, wurde bei uns fest eingestellt und absolviert eine Ausbildung zur Naturkostfachberaterin. Dani Maigua kam ab April dazu und erfrischt durch ihre heitere und fröhliche Art. Benni und Kifah verließen uns im Sommer, diese Lücke füllt nun Teresa, unsere neue Azubiene. Unsere Frauenpower Jutta und Madlen wurde dieses Jahr durch Bianca erweitert.
Um unser Hofladenflair etwas gemütlicher zu gestalten, waren kleine Umbauten nötig. Wir hoffen, es gefällt Ihnen und wir freuen uns auch über ihre Rückmeldungen.
Da wir den wachsenden Ansprüchen unserer Kunden weiterhin Rechnung tragen möchten, bildet sich unser Team regelmäßig fort. Unser Frontmann Sven besucht seit diesem Jahr sogar den  Lehrgang zum „Fachwissen Naturkost“.
Dörte und René bemühen sich weiterhin täglich, die Qualität der Lebensmittel im Laden widerzuspiegeln, Authenzität und eine angenehme Einkaufsatmosphäre zu schaffen.
Danke, dass Sie mit Ihrem Vertrauen zu uns Ihren ganz eigenen Beitrag leisten, die biologisch-dynamische Landwirtschaft in Schwerin und Umgebung zu unterstützen.
Wir wünschen Ihnen eine besinnliche Weihnacht und einen guten und erfolgreichen Start ins Jahr 2012.
Ihr Hofladenteam

HOFKISTE
2011 - ach ja, so schnell verging das Jahr. Der Start ins Jahr war mühsam. Für all die neuen Kunden brauchten wir ein neues Auto und weitere Fahrer, die die Hofkisten ausliefern. Damit wir gar nicht erst aus der Übung kommen, haben wir im April die Bio-Abo-Kiste Kahlenberg
übernommen und unser Liefergebiet östlich in Richtung Neubukow, Warin, Brüel ausgedehnt. Das ist eine tolle Entwicklung! Seit einigen Wochen sind wir Mitglied im Verband der ökokiste, hier sind bundesweit Lieferbetriebe organisiert, für unseren kleinen Betrieb ist es sehr hilfreich, zu sehen, wie Andere arbeiten und organisiert sind. Auf diesem Weg entstehen auch wieder neue Ideen für 2012 und selbst nach 7 Jahren Hofkiste können noch Neuerungen entstehen, die verraten wir aber erst im Neuen Jahr.
Dagmar Kürten

HOFKÜCHE MIT BISTRO & CATERING
Wir danken allen Schülern, Eltern, Lehrern, Gästen und Besuchern die sich immer wieder über unser Mittagessen freuen. Es sind jetzt schon über 300 Portionen, die in Waldorfschule, Waldorfkindergärten und in unserem Hofbistro verspeist werden.
Unser Catering wird seit Juni von Eric Weise bereichert. Viele größere und kleinere Veranstaltungen in unserem Bistro und bei Ihnen zu Hause sind mit leckeren Speisen und Buffets durch ihn versorgt worden.
Seit Juli gibt es regelmäßig unsere neue Reihe Kulturhappen im Hofcafe. Hier ergänzen sich Erics Feinkostbuffets mit Konzert, Lesung, Ausstellung oder Vortrag.
Wir freuen uns über die Unterstützung der beiden jungen neuen Mitarbeiter Louis Leu in der Hofküche und Manuel Oetermann im Hofcafe.
Zur Mittagszeit ist es manchmal ganz schön eng im Cafe - mal sehen, ob wir uns im kommenden Jahr schon an eine Erweiterung wagen?
"Wenn wir wollen, dass alles so bleibt, wie es ist, müssen wir zulassen, dass sich alles verändert." Giuseppe Tomasi di Lampedusa (1896-1957), ital. Schriftsteller.
Esther Jahn
Sommer 2011, fast alle...
2010...

"Im Grunde sind es immer die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben."
Wilhelm von Humboldt

Wir Medeweger bedanken uns bei Euch allen für die vielfältige Unterstützung und gute Zusammenarbeit und wünschen ein frohes Weihnachtsfest und viel Glück für das neue Jahr.

AUS DER LANDWIRTSCHAFT
Die Bauern reden natürlich gern über das Wetter. Das zu Ende gehende Jahr hat da auch einige Vorlagen gegeben. Schon fast vergessen sind Schneechaos und teilweise zugefrorene Ostsee zum Jahresbeginn. Da hatten die Viehbauern erhebliche Mühe den Tieren angemessene Bedingungen zu schaffen. Dann begann das Jahr relativ normal und hatte sogar einen Mai zu bieten, so kühl und nass, dass wir schon auf ein gefülltes Fass hofften. Es folgte ein extrem heißer Sommer, der Niederschläge meist nur in unwetterartiger Form brachte. Jetzt hatten wir schon die Hälfte der Zwiebelfläche untergepflügt und hofften dass die Kartoffeln noch etwas durchhalten mögen. Dennoch erlagen sie Ende Juli der Kraut und Knollenfäule und dem Kartoffelkäferfraß. Wintergetreide hält auf unseren Böden zum Glück meistens längeren Trockenperioden stand. Dann kam der Erntebeginn des Getreides, und es gab nur eine kurze Zeit qualitativ hochwertiges Getreide zu ernten. Vorher war es noch nicht reif, und dann folgte eine lange wechselhafte Periode die Ernteeinsätze unmöglich machte. Stefan hat trotzdem gute Qualitäten für die Mühlenbäckerei ernten können. Leider konnten erstmals seit 15 Jahren nicht alle Kartoffeln aus dem Boden geholt werden! Im Frühjahr und Herbst haben wir reiche Futtererträge einfahren können. Da hat natürlich der unermüdliche Einsatz von Marvin („Supermarv“) für reibungslosen Ablauf gesorgt! Als wackeren Lehrling (und Hirten beim Weihnachtsspiel) haben wir die Freude mit Benjamin in der Freien Ausbildung. Die gute Seele des Kuhstalles ist Ilse, welche im November einen Unfall mit Kuhbeteiligung hatte und daher z.Zt. krank ist. Im Jahreslauf hatten wir natürlich auch wieder eine große Zahl von Praktikanten und kurzfristigen Helfern hier. Allen sei herzlich gedankt. Unsere Helferin in der Milchverarbeitung Alexandra hat ihren Aufgabenbereich um die Milchabfüllung in sog. Giebelkartons erweitert bekommen. Dieser relativ komplizierte Prozess beschäftigt uns seit einiger Zeit und ihm ging die Zulassung unserer kleinen Meierei nach EU-Richtlinien voraus. Mit Jahresbeginn hoffen wir unseren Kunden ein weiteres qualitativ hochwertiges Produkt bieten zu können. Zu guter Letzt sei noch erwähnt, dass sich die Landwirtsfamilie Jahn über den Einzug in ihr  neu aufgebautes Bauernhaus sehr gefreut hat.

Georg-W. Jahn


GÄRTNEREI

Im  Januar – so ist es halt-
begann der Winter schon sehr kalt.
Zu Lichtmess  durch gefrorne Scheiben
sah man: der wird noch lange bleiben.
Wir warn zur Aussaat schon bereit –
doch war der März noch tief verschneit:
Und so kam´s  auch, dass der April
nicht machte,  was der Gärtner will…
Im Mai da schufteten wir alle
auf dem Feld und an der Halle.
Zu Pfingsten wird sie eingeweiht:
Die schönste Halle weit und breit!
Im Juli gab die Tropensonne
Ein Gastspiel in der Wassertonne
Die war dann im August schnell voll
Wir Gärtner fanden’s nicht so toll.
Im September Sturm und Regen:
Das kam uns doppelt ungelegen.
Die gute Ernte eingebracht
Bis spät in die Oktobernacht
denn geht der Herbst dem Ende zu
dann haben Gärtner wenig Ruh.
Erst im Dezember, wenn es schneit
Verkürzt sich unsere Arbeitszeit.
Nun  danken wir wie jedes Jahr
Der riesengroßen Helferschar!
Rainer Holst


OBSTBAU
2010 – harte Witterungsbedingungen für das Obst, wie für alle anderen landwirtschaftlichen Kulturen auch: langer Winter, nasse Blütezeit, tropischer Sommer, dann Regen ohne Ende… Keine Kirschen, keine Pflaumen, keine Birnen und trotzdem: die Apfelernte war besser als erwartet, auch dank meiner fleißigen Mitarbeiter und Helfer. Unter ihnen ist ein neues Gesicht, das frischen Wind in die „alte- Herren- Riege bringen soll: Sören Klement. Danke ebenso an den Handel und die treuen Kunden, welche sich auf „echt Bio“ besinnen, manch optischen Makel und höhere Preise bei den Früchten tolerieren.

Wolf- Dietrich Kloth


MÜHLENBÄCKEREI
Die Bäckerei kommt jetzt in ihr 14.Jahr, die Pubertät. Das ist echt anstrengend und fordert viel Präsenz. Ein gesundes Wachstum und viel Bewegung  im Inneren, das ist 2010.  Und immer wieder der Blick auf den Grund. Dahin, das die ganze Mühe, jeder einzelne Handschlag,  jedes Brötchen für einen lieben Menschen zu dessen Wohlsein gemacht wird. Das erfüllt, das  gibt Kraft  und inspiriert für Neues.

Christian Fries


HOFLADEN
– im Jahr des Umbruches.
Der ehemalige Ladner Ralf hat einen neuen Lebensweg eingeschlagen und sich im Sommer 2010 vom Hof Medewege verabschiedet. Wir danken ihm für das Geschaffene!
Die Karten wurden neu gemischt und die neue Geschäftsleitung wurde vom alten Team Dörte und René übernommen. Der frische Wind ist bereits spürbar und mit den Veränderungen wird es auch 2011 weitergehen.
Im Jahre 2010 haben wir es geschafft unseren 1.ten Lehrling Chris durch die Prüfungen zum Kaufmann im Einzelhandeln erfolgreich mit der Gesamtnote 2 zu bringen.
Dadurch war es notwendig unser „altes“ Thekenteam mit Sven zu verstärken. Durch die erhöhte Kundenfrequentierung kamen die Aushilfen Ilse, Bernd und David dazu.
Natürlich bilden wir auch weiterhin aus und freuen uns dass sich Antje und Bianca dazu entschieden haben, ihre Ausbildungen zur Bürokauffrau und Verkäufern bei uns zu absolvieren.

Das Hofladen-Team


HOFKISTE
Das Hofkisten-Jahr 2010 war zurückschauend ein erfolgreiches. Jetzt zum Ende des Jahres gehen uns beinah die grünen Kisten aus, wir beliefern erstmalig in der sechsjährigen Zeit unseres Bestehens über 200 Kunden/Woche. Wir arbeiten immer noch beständig mit Knopf als Fahrer, Simone als Packerin und beschäftigen zusätzlich Jens Berger und Bernd Kahmann als Fahrer.  Nach einem für die Gemüsesaison viel zu kurzen Sommer sind wir zum wiederholten Male umgezogen. Mittlerweile beherrschen wir das Umziehen so gut, dass wir die Auslieferungen einfach weiter fortsetzten können. Die Zusammenarbeit mit Gärtnerei, Mühlenbäckerei, Hofladen, Landwirtschaft und Obstbau läuft immer reibungslos, die Hofkiste profitiert hier besonders vom regionalen Angebot und den kurzen Wegen. Nun ist schon wieder Winter mit den für uns schwereren Fahrbedingungen, es scheint als wäre der letzte erst vor kurzem zu Ende gegangen. Wir hoffen, trotzdem reibungslos ausliefern zu können.

Dagmar Kürten


HOFKÜCHE MIT BISTRO & CATERING
Eineinhalb Jahre haben sich unsere neuen Räume jetzt bewährt. Mindestens 4000 kg Kartoffeln, 2000 kg Möhren, 1200 kg Nudeln, 5000 l Milch haben wir seitdem mit viel Liebe und fast immer guter Laune in einem inzwischen gut zusammengewachsenen Mitarbeiterteam verwandelt in bis zu 300 Mittagessen täglich für Waldorfschüler, - Kindergartenkinder, Mitarbeiter und Gäste. Dabei werden Carola Wenzel, Kay Sonnenberg und Birgit Wedding seit Sept. von der FÖJ´lerin Theresa unterstützt. Daniela Sonnenberg und Detlef Schwiegk teilen sich mit mir die Arbeit im Café. Unsere schöne Sonnenterasse wie auch der Spielplatz gegenüber hben sich bestens bewährt. Vielfältige Feste, vom Sonntags-Brunch über Kindergeburtstag, Betriebs-, Familien- oder Weihnachtsfeiern bis zu Hof-, Einweihungs- und Tanzpartys durften wir mit gestalten. Besonders dankbar sind wir aber dafür, dass die allermeisten herrlichen Lebensmittel direkt vor unserer Haustüre wachsen und uns jederzeit ein lieber Gärtner oder Landwirt mal eben schnell eine Kanne Milch oder 3 Kisten Sellerie bringt wenn`s „brennt“! Im März beginne ich eine einjährige berufsbegleitende Fortbildung zu Anthroposophischer Ernährung in Bad Vilbel – als gutes Fundament für Bestehendes und Neues.  Ach ja, übrigens: aus Sellerie haben wir im Herbst eine köstliche Suppe gezaubert: Sellerie-Birnensuppe. Dazu Zwiebelwürfel und einen Teil der Selleriewürfel in Butter anschmoren, restlichen Sellerie dazu, mit  Wasser angießen und ca 0,5 Std. köcheln lassen. Mit Medeweger Birnensaft, Meersalz, etwas Pfeffer und Creme fraiche abschmecken. Guten Appetit!

Esther Jahn

FILZATELIER

Für das Filzatelier stand das vergangene Jahr im Zeichen der Kontinuität. Neben der Präsenz auf Kunsthandwerkermärkten (Schwerin, Rostock, Lenzen) ist es auch beständig im Kunstkaufhaus Schwerin und nun auch in der Klostergalerie sowie in der Produzentengalerie „ Akzente“ in Wismar vertreten.

Und neu seit diesem Jahr: die kleine Regalecke in unserem Hofladen, sie freut mich besonders- an dieser Stelle sei den Ladnern herzlich gedankt!

Bei Ataraxia gab es wieder einige Ferien-Kinderworkshops sowie für die Großen Nunofilzkurse.

Ein besonderes Erlebnis im Februar war der Hochzeitsteppich für Anna und Raphael, bei dem viele große und kleine Medeweger mithalfen. Und zu den verschiedensten Anlässen war das Atelier oft bis an die Grenze gefüllt – zu Projekttagen, Kindergeburtstagen, Betriebsausflügen oder Freundinnenfilztreffen…

Allen sei herrlich gedankt für ihr Interesse und ihre Anregungen.

Martina Zinkowski

PSYCHOTHERAPIE und STRÖMUNGSMASSAGE

Das feuerspeiende Pferd

"das feuerspeiende Pferd
ist ein Tier der Phantasie
ein Tier der Harmonie
Woher wohl die Flammen stammen?
Ich liebe dieses Tier
Es gehört deshalb zu mir!“

(Mädchen 11 Jahre, Gedicht aus der Psychotherapie)

Vielen Dank allen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, die sich mir anvertraut haben!

Claudia Holst

KUNST, LEBENSKUNST, KUNSTTHERAPIE

„Jeder Mensch ist ein Künstler“ (Joseph Beuys)

Wie hat er das wohl gemeint? Ich versuch´s eine Nummer kleiner: „Ich bin was ich werden könnte“ (Mathias Wais).

Das künstlerische Tun birgt Entwicklungsmöglichkeit – ich gestalte mit meinen individuellen Kräften, ringe um Neues. Es geht um Prozesse, die mich aufmerksam werden lassen auf das, was kommen will. Verantwortung übernehmen wollen für den eigenen Lebenslauf, für die eigene Entwicklung, für die eigene Heilung - hierauf gründen sich Kunsttherapie und Biografiearbeit, ein Teil unseres gemeinsamen Projektes SALUTA.

Ein Dank an alle, die meine Arbeit schätzen und unterstützen.

Mechthild Breme

ZIMMEREI UND HOFBAUTEN

Es ist noch nicht ausgebaut in Medewege.

Im Sommer ist der Umbau der zweiten Hälfte des Bauernhauses gelungen. Die Familie Jahn konnte zurückziehen und die Betriebswohnung, die nach Westen hin anschließt wurde nach kleinen Umbauten von Familie Sonnenberg bezogen. Bei der Außenfassade hatten wir wieder Hilfe vom Internationalen Bauorden. Das heißt, Jugendliche aus europäischen Ländern haben Holzverschalung angenagelt und lasiert. Auch die Pflegelasur, die schon nötig war am Gärtnerhaus und einem Anbau des Gutshauses wurde von Ihnen ausgeführt. Die Wohnhäuser sind also saniert. Nun wird der Umbau des ehemaligen Pferdestalls geplant und vorbereitet. Dort sollen barrierefreie Wohnungen für die Landwirtschaft und Ferienwohnungen entstehen.

Frank Schneeberg

MEDEWEGE GbR

Im Jahr 2010 sind wir mit dem lang geplanten Pensum sozusagen fertig geworden,

so haben wir Ruhe, das nächste Projekt zu planen: den Pferdestallausbau zu Wohnungen und Kultursaal, barrierefrei, altengerecht. Das bringt energiewirtschaftliche Fragen mit sich für den Kulturverein und architektonische auch, da der Pferdestall mit seinem gut gegliederten Mauerwerk und dem Mansarddach vielleicht das interessanteste Gebäude auf dem Gelände ist.

Und eine weitere große Baustelle ist die Form unserer Gesellschaft. 2003 haben „wir alle“ als GbR uns zusammengetan, die Gebäude zu übernehmen. Zu zehnt. Inzwischen sind wir viel mehr, doch alle spätren sind Mieter. Da gilt es zu klären, wer kommt dazu, wer trägt mit an Haftung und Risiko. Wer teilt Vermögen, Gewinn und Verlust, wer verbindet sich wirklich.

Peter Zimmer

KINDERBAUERNHOF

Zum Kinderbauernhof gehören momentan 6 Hasen, 2 Schafe, 1 Ziegenbock, 4 Hühner, 1 Hahn und Rudi unser Minischwein. Wir, die Sonnenbergs, versorgen diese täglich mit viel Freude und genießen den wunderbaren Ort. Ein Dankeschön an die Hofküche, die Landwirtschaft und die Gärtnerei. Die Tiere stehen gut im Futter…, gerade jetzt im Winter ist es schmackofatzi.

Abgesehen von Schönheitsarbeiten bekam der Kinderbauernhof ein luxuriöses Hasenfreigehege, ein Schaf- und Ziegenunterstand und drei Hasenboxen.

Nun hoffen wir, dass kein Tier erfriert und alle gut durch den Winter kommen.

Daniela Sonnenberg

2009, & Neujahrswünsche der Neuankömmlinge
Panorama Hof im Schnee

Man wette,
Ihr kennt noch nicht
Frieder und Mette.
Wie dem auch sei,
wir leben seit Mai,
(Umwege satt!)
auf Medewege.

Wir, noch bisschen matt,
lieben dies Gehege,
diesen Menschen-/Tierezoo!
Sagt uns offen, wo
noch gibt es eine Welt,
so unverbrämt und roh,
die Herz und Leib erhellt
wie Medewege?

Wir sagen "Danke" unserem Glück,
und wünschen allen Wesen hier,
dass das himmlische Geschick
uns bewahr vor jener Gier,
die mit materieller Macht,
anstatt sie Leben hege,
viel Unglück hat gebracht.

Der Segen sei auf Medewege!

Ein frohes Neues Jahr wünschen
Mette und Frieder

Cafe, Bistro, Hofküche

Es schneit...

Seit Ende August dampfen nun die Kessel bei uns in der Küche und seit Anfang Oktober durchzieht herrlicher Cafeduft die neuen Räumlichkeiten der Hofküche und des Cafe/Bistros.

Zum Team gehören Esther, Carola, Judith, Karin, Dani, Birgit, Anna, Jule, Norina, Inka und ich, Kay, der Verfasser dieses Rundbriefes und Koch.

Aller Anfang war natürlich schwer, wir mussten erst einmal unseren Rhythmus finden und es gab stressige Situation in der Küche, das Essen musste halt auf den Teller. Oft sind wir nachts schweißgebadet aufgewacht, weil im Traum ein riesiger Berg Kartoffeln auf einen zu rollte oder ähnlich nicht wünschenswerte Situationen mit Lebensmitteln, überraschten einen in der Remphase. Allerdings haben wir immer viel gelacht und mittlerweile ist ein bisschen Routine eingehrt, was sehr beruhigend ist.

Und wenn ich mich nicht täusche, sind die Leute die von uns bekocht werden recht zufrieden, was natürlich nicht ganz einfach ist, da die Befindlichkeiten was Essen angeht recht unterschiedlich sein können.

Fakt ist eins, es macht verdammt viel Spaß mit so guten Produkten zu kochen und wir versuchen mit unser Erfahrung und Leidenschaft zum Kochen, diesen Produkten gerecht zu werden.

Ja und nun war Weihnachten, wir pausieren ein wenig und ich habe heute GN- Behälter abgewaschen, das sind Metallbehälter in die das Essen abgefüllt wird.

Und in Anbetracht des Schneefalls kam mir die Idee, wo die Behälter doch jetzt nicht gebraucht werden, damit zu rodeln. Das ginge bestimmt prima.

In diesem Sinne: habt Spaß und genießt die Winterzeit,

Kay Sonnenberg


SALUTA,

Kurz vor Weihnachten haben wir SALUTA Kollegen es endlich geschafft uns fast vollzählig zu treffen um mit Andreas Just und Petra Ebbet über Atemtypen zu arbeiten. Solch inhaltliche Arbeit ist ganz schön schwer zu installieren bei so vielen Menschen und unter-schiedlichen Bereichen.

An solchen Tagen fühlen sich die Räume von Saluta dann wirklich ausgefüllt an, wie auch, wenn in dem einen Raum Heileurythmie mit Barbara ist, im anderen Biografiearbeit mit Mechthild und ich zugleich im Massagezimmer arbeite - oder auch: die Kinder der Jugendwohngruppe (AWO) sind bei mir zur Psychotherapie, (wobei dann oft auch noch im Flur einer sitzt und wartet oder sonstwas tut)  , Mechthild hat Kunsttherapie und es kommt noch jemand zu Peter zur Massage…

Und manchmal ist es auch ganz still- an einem beliebigen Morgen, an dem gerade Massagenachruhe ist und sonst nichts oder Mechthild im Kunsttherapieraum malt…

Und das gibt es neues:
- Dorothea Oertel ist nun wieder im Lande(nach 1 Jahr als Ärztin in Südamerika) .
Wir freuen uns, daß sie allen in ihrer Praxis wieder zur Verfügung steht.
- Frieder Rohn unterstützt unsere Arbeit als neuhinzugezogener praktischer Arzt in Schwerin.
- Mette Rohn wird im kommenden Jahr mit rhythmischer Massage den Massagebereich verstärken.
- Maija Bärle hat neue wunderschöne Räume für ihren „Körpersinn“ in Schwerin eröffnet und bietet bei uns weiterhin die Öldispersionsbäder an.
Wir freuen uns auf gute Zusammenarbeit.

Wir danken allen Menschen, die das Angebot von SALUTA dieses Jahr für sich genutzt haben, sei es die Heileurhythmie, die Biographiearbeit, die Kunsttherapie, das Öldispersionsbad, die Psychotherapie und die Strömungsmassage und freuen uns auf viele neue und alte Kontakte im Neuen Jahr

Mechthild Breme

Psychotherapie und Massage

Es ist glaube ich das erste Mal für mich, daß es bei solch einer Gelegenheit nicht heißt Massage und Psychotherapie, sondern Psychotherapie und Massage.

Und dieses Jahr war es auch so, daß ich mehr Psychotherapiestunden gegeben habe als Massagen. Das hat sicher auch mit meiner Ausbildung(schon jetzt 3. Jahr) zur Gestalttherapeutin zu tun, die mich unglaublich bereichert und mir sozusagen „therapeutische Heimat“ geworden ist.

In der Massage gab es dieses Jahr auch viele Mütter und Väter, die Massageanregungen für zu Hause lernen wollten, das hat mir viel Freude bereitet.

Die Zusammenarbeit mit der Kinder- und Jugendwohngruppe der AWO geht nun schon ins fünfte Jahr und ich danke allen Kindern und Jugendlichen und ihren Eltern für ihr Vertrauen und freue mich aufs nächste Jahr mit ihnen.

Claudia Holst

Baubericht

In diesem Rundbrief schreibe ich immer über die Bauarbeiten des vergangenen Jahres. Das ist seit fünf Jahren nämlich ein großes Thema hier, weil es nach der Übernahme von der Stadt viel zu sanieren gab. Auch dieses Jahr ist einiges zu erzählen.Z. B. müssen wir Überholz70 cm messen, wenn die Sparren in einem Abstand von 70cm angebaut werden sollen.

Besonders gefreut habe ich mich im Sommer. Da haben wir wieder internationale Studentinnen und Studenten zu Hilfe gehabt. Die Sanierung der 2. Bauernhaushälfte war noch nicht möglich, so daß wir uns um Geländepflege kümmern wollten. Der Anfang eines Spielplatzes in Cafe- Sichtweite gehörte auch dazu. Ansonsten stand Umbau und Fassadendämmung unseres Hauses 10A im Vordergrund. Später dann Gärtnerhalle und Bauernhaus II: So geht das weiter.

Frank Schneeberg

Medekleinkinder und Medegroßmütter

Von der ersten Art gibt es viele, von der zweiten wenig. Beide ergänzen sich fabelhaft, die Kinder lieben Gummibärchen, die Großmütter haben welche.

Sie sind so etwas wie Arnika für die Großen: trocknen Tränen, lenken für kurze Zeit ab, wenn Mama das noch kleinere auf den Rücken binden muß…

Großmütterliche Sternstunden sind es, wenn ein Kind von vier Erdbeerchen in der kleinen Hand zwei abgibt, oder eine Anderes ein Röschen abpflückt und einen von unten anblickt (Braunäuglein und winzige Sommersprossen) und spricht: “ ich habe eine Blume gepflückt, ist okay, nicht?“

Es gibt noch viel zu erzählen auch von großen. Kommt und erlebt es selber.

Renate Holst

Filzatelier

Mit dem Filzatelier blicke ich auf ein „buntes“ und vielfältiges Jahr zurück.

Schon Ende Januar begann eine Filzbilder-Ausstellung gemeinsam mit meiner Freundin Gabriele Küther. Stauder im Frauenmuseum Wisbaden, im Sommer gab es dann „ Fliegende Teppiche und Weltengewänder“ im Wismarer Baumhaus, auch zusammen mit Martina Weiß aus Heidekaten. Die Zeiten der Vorbereitungen dafür waren jeweils sehr intensiv und der Ausstellungsaufbau wurde ein Fest für uns…

Aber natürlich gab es das ganze Jahr über den offenen Filz- Donnerstag, sehr oft an den Wochenenden Filztage zu verschiedensten Anlässen (Geburtstagsteppiche, Kolleginnenausflüge oder auch Weihnachtsfeiern…), ein Dutzend Kindergeburtstagsfilznachmittage… Oft war ich allerdings auch unterwegs mit Wollkörben und Schüsseln, z.B. in der Waldorfschule oder auch bei den Nunofilzkursen bei Ataraxia.
Ich bin sehr froh und dankbar im Kontor in der Puschkinstraße ständig auch innerhalb des Stadtzentrums präsent zu sein.
Einer der schönsten Aufträge in diesem Jahr waren die Filz-Handpuppenfür das Erlebnismuseum in Ostfalen – es öffnete sich noch einmal eine ganz neue „Filz-Tür“ für mich.

Im neuen Jahr wird sich die Zusammenarbeit mit Ataraxia fortsetzen: mit Filzworkshops für Kinder in den Winterferien und einer neuen Kursreihe „Nunofilz und mehr…“für Erwachsene.

Ich möchte allen Besuchern und Kursteilnehmerinnen für ihr Interesse und ihre vielfältigen Anregungen danken, die mir immer wieder Impulse geben und wünsche einen guten Start in Neue Jahr!

Martina Zinkowski

Zu Weihn8, 08

Liebe Freunde und Kunden!
Wie jedes Jahr um diese Zeit möchten wir Euch an dieser Stelle einen kleinen Eindruck unseres Wirkens und Lebens auf dem Hof Medewege vermitteln. Nachdem die letzten Jahre in vieler Hinsicht vom Baugeschehen dominiert waren, konnten wir uns in diesem Jahr schon über den vielerorts schönen und neuen Anblick freuen und auch von den wie immer zahlreichen  Besuchern viele anerkennende Worte hören.
Unser Wort des Jahres wird dennoch weder „Finanzkrise“ noch „Perestroika (Umbau)“ heißen, auch nicht, “ ja wir können“ was zweifelsohne auch passen würde.
Ich finde „Heilung“ einen angebrachten Begriff. Zum einen weil unsere Bemühungen in der Produktion von biologisch-dynamisch erzeugten Nahrungsmitteln den Menschen und der Umwelt  zu einem gesunden Leben verhelfen sollen, zum anderen weil in der Medeweger Lebensweise doch auch der  Versuch eine heilsamen Lebensart im sozialen Gefüge zu schaffen steckt, und zum Dritten weil wir dies im vergangenen Jahr auch innerhalb unserer Gemeinschaft mit der Genesung von Stefan Weiß dankbar erfahren durften.
Nun sind wiederum einige Beiträge zusammengekommen. Dabei haben wir nun vor, künftig, etwas häufiger und regelmäßig – (etwa vierteljährlich) aus Medewege zu berichten, sodass es wohl bald sogar eine Medeweger Zeitung  geben wird. Auf dass Ihr, liebe Kunden und Freunde, nicht nur mit gutem Brot, Gemüse, Massagen, Joghurt, Filzkappen, Sahnetorten, Hoffesten und, und, und...sondern auch mit guten Worten bedacht werdet…
Wir wünschen Euch frohe Weihnachtstage und ein gutes neues Jahr!
Rainer Holst für die Medeweger

Hofcafe und Hofküche
Die Saison haben wir im April im Hofcafe mit einer Neuheit begonnen: dem Sonntagsbrunch und auch bis Mitte Dezember regelmäßig durchgeführt. Die kulinarischen Köstlichkeiten von wechselnden Gemüse-Antipasti über Frischkäsevariationen bis hin zu Fischleckerein und jetzt in der kälteren Jahreszeit verschiedene Suppen wurden von  Kay Sonnenberg dafür frisch zubereitet. Seit Juli war Kay als Festangestellter noch regelmäßiger im Cafe anzutreffen, oft auch mit Unterstützung seiner lieben Frau Dani samt „Nachwuchs“.
Mit dem Ausbau der neuen Räumlichkeiten für Hofküche, Cafe und Milchverarbeitung wird nun endlich im Januar begonnen, so dass wir dann bald nach den Osterferien auch die Waldorfschule mit Mittagessen beliefern können. Im neuen Hofbistro wird es einen Mittagstisch, weiterhin Kaffee-Spezialitäten und Torten aus der neuen Medeweger Konditorei geben und geplant sind Veranstaltungen wie z.B. Kochkurse, Lesungen, Vorträge u.v.a.m.
Esther Jahn

Kinderbauernhof
Der Kinderbauernhof hat sich dieses Jahr ein Stückchen weiterentwickelt, im März baute Frank einen begehbaren Hasenstall, einen Streichelstall sozusagen, außerdem wurde das Innere des Häuschens ziegensicher durch eine große Futterkiste.
Unsere Ziege bekam ein großes freches Ziegenlamm und Hühner und Hasen sorgten den ganzen Sommer über für niedlichen Nachwuchs. Nur die arme Gans saß einen Monat lang auf faulen Eiern und im September holte sie auch noch der Fuchs…
Der Kinderbauernhof wird immer noch regelmäßig vom Waldorfkindergarten besucht und für Führungen und Kindergeburtstage genutzt. Seit November besucht ihn außerdem einmal wöchentlich eine Lankower Kita und füttert und mistet fleißig.
Hoffentlich wird auch nächstes Jahr hier vielen Kindern ein Einblick ins Landleben möglich.
Anna Houfek

Äpfel und mehr…
Ein gutes Jahr brachte dem Obstbauern reiche Ernte, und sein engagierter Mitarbeiter Norbert Siebert, seit Februar dabei, freut sich mit ihm.
Die intensive Kulturpflege und der biologische Pflanzenschutz haben sich für die Obstqualität in den Spalier- Anlagen ausgezahlt. Die gewaltige Erntemenge auf den nicht intensiv genutzten Streuobstwiesen hingegen ist eher eine Laune der Natur: Alle 5- 10 Jahre beschert sie uns ein ausgesprochenes Apfeljahr, davor zuletzt im Jahr 2000.
Eine Million Äpfel, vielleicht. Es hat sie keiner gezählt, allenfalls geschätzt; aber so viele wie in diesem Jahr reiften noch nie auf den Medeweger Plantagen! Seit Ende Juli fand jede Woche eine andere Sorte den Weg zu ihren Liebhabern. Jetzt sind die Wintersorten dran: Topaz, Florina, Boskoop und andere gelangen bis Anfang Mai nächsten Jahres von Medewege nach Schwerin, Rostock, Hamburg; durch den Naturkostgroßhandel dann weiter ins Umland. Apfel- und Saftlager sind gut gefüllt, 15t Mostäpfel wurden mit Mühe an die Konkurrenz verkauft- die Mostereien klagen wegen der Schwemme dieses Jahres. Üppige Apfel- Restmengen auf den Streuobstwiesen, weil unverkäuflich, darüber dürften sich die Vögel freuen…Birnen machten sich rar bei uns im Norden, wir hoffen auf das nächste Jahr.
Was wünscht sich der Apfelbauer von seinen Kunden?  Bleibt neugierig auf immer neue (alte) Sorten und Geschmäcker. Die Natur hat unendlich viel mehr zu bieten als das, worauf sich der Handel im Allgemeinen beschränkt!
Wolf-Dietrich Kloth

Gärtnerei
Wenn die ersten Schneefälle sich mit dem kalten Regen mischen und im bissigen Nordostwind nach Schwerin wehen, kriechen die  Medeweger Gärtner über den Acker und schneiden den aromatischen Feldsalat…Zeit für die Weihnachtsgrüße.
Für die Gärtnerei war es wieder ein ereignisreiches Jahr: Im Frühjahr haben wir die bisher von der Landwirtschaft bewirtschafteten Foliengewächshäuser übernommen und sind damit in den Anbau der begehrten Sommerkulturen Tomaten und Gurken eingestiegen. Für mich eine neuer Arbeitsbereich, den wir betrieblich  sehr gerne integriert haben. Auf diese Weise decken wir nun quasi die gesamte Medeweger Gemüsepalette ab. Mittlerweile sind wir oft eine stattliche Mannschaft geworden und die viele Arbeit ist auch nur mit vielen Händen zu schaffen. Die Ernte war alles in allem recht zufrieden stellend, wenn auch die Preise trotz stark gestiegener Kosten niedriger als im Vorjahr waren. So wundert man sich am Jahresende denn auch schon mal, wie wenig insgesamt dabei herauskommt.
Andererseits wächst und gedeiht die Gärtnerei und unser Salat wurde schon von Berlin bis Hamburg vermarktet.
Nun soll im nächsten Jahr endlich die lange herbeigewünschte Gemüsehalle gebaut werden, in der alles Platz haben wird: Kühlung, Aufbereitung, Kürbis- und Zwiebellager, Umkleidemöglichkeit, Büro, Saatguttrocknung, Werkstatt, Abstellplatz, und und und…
Wem ist denn im diesen Jahr für die Mitarbeit zu danken? Oliver, Ben, Sophia, Henry, Claudia, Olav,  Silvester, Wiltrud, Franziska, Albert, Tobias, Hans, Liane, Rabiou, natürlich  den Medewegern und vielen Weiteren die mich mit Rat und Tat unterstützt haben!
Danken möchte ich an dieser Stelle auch den treuen Kunden, die natürlich am Werden der Gärtnerei eine zentrale Aufgabe haben und den hungrigen Mäulern, die das Gemüse schließlich verspeisen. Letztlich entsteht der Sinn unserer oft mühsamen Arbeit auf allen Stationen des Weges vom Anbau bis hin zu einer gesunden und genussvollen Ernährung.
Rainer Holst

Landwirtschaft
Das Jahr fing ja gut an. Stefan kam ins Krankenhaus und die Aussichten auf baldige Genesung waren schnell verflogen!
Recht schnell bildete sich ein Team welches den Landwirtschaftsbetrieb über die Saison führen konnte: Raphael Mexner und Marvin Düwert stellten sich in unseren Dienst, und konnten durch ihr Können und die bei uns bereits gewonnene Erfahrung die anfallenden Arbeiten hervorragend meistern.
Als Melkerin konnten wir Ilse Stempelmann einstellen und seinen  Zivildienst im Rahmen des “freiwilligen ökologischen Jahres” leistet Ole Busch bei uns.
Im Sommer verabschiedeten wir unsere  Lehrlinginnen  Annika Nägel und Paula Kröger. Beide haben ihre Ausbildung  erfolgreich abgeschlossen. Wir hatten eine schöne und intensive Zeit mit ihnen. Sie konnten bei uns ihre Fähigkeiten im Umgang mit der Technik erweitern und Einblicke in die Betriebsführung bekommen.
Durch ein liebevolles Miteinander konnten diese sehr unterschiedlichen jungen Frauen sich ein lehrreiches Lehrjahr gestalten und für uns wertvolle und angenehme Mitarbeiter sein.
Annika und Paula haben  hier Akzente gesetzt, wir danken ihnen für die schöne Zeit!
Dank der guten Mitarbeitersituation entschlossen wir uns vorerst keine Lehrlinge anzunehmen und ebenso keine Waldorfschüler. Das war auch gut so, denn durch den Beginn des Ausbaus des Bauernhauses wurde es enger und  die betreuende Begleitung der Praktikanten hätte gelitten.
Die Milchverarbeitung  ist weiterhin bei Alexandra Koch in guten Händen und Claudia Weiß managt die Vermarktung der Hofprodukte.
Auch in diesem Jahr schlug das Wetter Kapriolen; nach einem perfekten Start mit der Frühjahrsbestellung  schlitterten wir in eine Trockenperiode. Dank unserer relativ guten und bindigen Böden ist das Getreide gestärkt daraus hervorgegangen, und wir konnten  die bisher beste Ernte einfahren. Übel zugerichtet waren die Kulturen auf der Frühjahrsfurche die den Anschluss an das Bodenwasser verloren: Kartoffeln, Zwiebeln und Druscherbsen  machten uns das Leben schwer und konnten nur mickrige Erträge liefern.
Dennoch können wir durch die Vielseitigkeit unseres Betriebes dankbar für ein ertragreiches Jahr sein, weil auch die Futtererträge insgesamt sehr gut waren.
Auch in diesem Jahr ging es bei uns nicht ohne Baustelle ab. Der Rinderstall ist erweitert worden. Der Liegebereich der Milchkühe wurde um 280m² erweitert und wir haben Selbstfangfressgitter  eingebaut. Jetzt erhoffen wir uns mehr Ruhe und  Sicherheit für die Kühe  im Stall.  Die Schweine laufen bei uns wie eh und je so mit und freuen sich über die Erweiterung der Bäckerei. Die Hühner hören wie immer auf das Kommando von Erich Detjen und seiner Frau; allerdings sollen wir auch  mal dran denken das es dort zu Veränderungen kommen muss, damit die Arbeit nicht zur allzu großen Belastung führt.
Im Herbst konnte sich Stefan schon wieder auf den Trecker schwingen. Wir haben noch ca. 45ha Ackerflächen hinzugepachtet, die er auch schon bei schönstem Wetter mitbestellt hat.
Wir sind alle dankbar dass das Jahr noch so einen schönen Abschluss findet!
Georg-Wilhelm Jahn

Landwirtschaft/Ackerbau
Durch die Erkrankung von Stefan Weiß Anfang Januar sprang ich als Betriebshelfer für den Ackerbau und die Außenwirtschaft ein.
Das Jahr begann feucht, so dass die Frühjahrsbestellung und die Arbeiten auf den Weiden und Wiesen erst Mitte April langsam anlaufen konnten. Von nun an blieb es aber trocken und wir kamen gut voran. Bis Ende April waren Hafer und Erbsen ausgesät. Vom 7. bis zum 10. Mai pflanzten wir Kartoffeln und Zwiebeln, womit wir die Frühjahrsbestellung abschließen konnten. Durch die anhaltende trockene Witterung war es uns ermöglicht die
Getreidebestände zu sehr guten Zeitpunkten zu Striegeln und durch diese mechanische Unkrautregulierung saubere Bestände in die weitere Vegetation zu schicken.
Für die Sommerkulturen wirkte sich langsam die Trockene Witterung aus, so dass erste Ausfälle bei den Kartoffeln und Zwiebeln zu beobachten waren. Auch die Hafer und die Erbsen sehnten sich nach Regen. Dank unserer guten Böden machte die Frühjahrstrockenheit den Winterfrüchten nur sehr wenig aus. Mitte Mai machten wir einen sehr guten 1. Schnitt Silage für die Kühe.
Ab Ende Mai machte sich die trockene Witterung erheblich auf dem Grünland bemerkbar, die Kühe hatten Hunger. Umso mehr freuten wir uns auf 6ha prächtig wachsende Luzerne zurückgreifen zu können, womit wir die Kühe über den Sommer brachten.
Am 3. Juli begannen wir zaghaft die Getreideernte, doch die Gerste war noch nicht ausreichend trocken, so dass die einsetzende 3-wöchige Schlechtwetterperiode kaum aufs Gemüt schlug.
Am 25. Juli rollte die Ernte nun endgültig los und war am 1. August auch schon fast getan. Nach einer Woche Pause wurden noch die Erbsen gedroschen und die Ernte war am  7. August getan. Über Ablauf, Qualität und Ertrag gab es Grund zur Freude. Besondere Freude herrschte allerdings darüber, dass Stefan mittlerweile wieder zuhause war und an unserem wirken Teilhaben konnte.
Der Spätsommer verlief mit üblichen Arbeiten auf dem Acker und in der Futterbergung.
Am 15. September begannen wir mit der Herbstbestellung und ich freute mich Unterstützung von Stefan zu bekommen, der erste Arbeiten wieder übernahm. Bis zum 15. Oktober war die Herbstbestellung abgeschlossen. Alle Aussaaten kamen zu guten bis sehr guten Verhältnissen in den Boden. Auch Kartoffeln und Zwiebeln waren mittlerweile geerntet und eingelagert. Hier endete die Betriebshilfe und es war ein ordentliches landwirtschaftliches Jahr.
Raphael Mexner

Saluta
Seit 6 Jahren arbeiten wir hier therapeutisch. Inzwischen ist Saluta zu einer „gesunden Jungpflanze“ herangewachsen. Mit den offiziellen Räumen im Gutshaus (im Januar ist der ehemalige Mühlenraum dazugekommen jetzt sind es 3 Räume und das Bad) stecken die Wurzeln fest in der guten Medeweger Erde. Zurzeit gibt es hier: Strömungsmassage und Psychotherapie( Claudia Holst) – Kunsttherapie und Biografiearbeit (Mechthild Breme) – Heileurythmie (Barbara Manjock aus Hamburg) – Junge Heilbäder (Maya Bärle aus Schwerin). Wir betreuen weiterhin u.a. Kinder der freien Waldorfschule, des Kinder- und Jugendheims der AWO und seit November Erwachsene auf der Palliativstation des nahe gelegenen Klinikums. Somit wachsen immer neue „Triebe“ in die Umgebung.
Natürlich freuen wir uns über jeden, der mehr über unsere Arbeit erfahren möchte!
Mechthild Breme

Kunst
Ein Höhepunkt war wieder der Steinhau-Kurs im Sommer...sogar besucht von zwei Frauen aus der Schweiz! Viele Kinder haben im Bildhaueratelier Specksteine bearbeitet, im Mai fand ein Land-Art-Kurs statt und Einige waren zum Malen und Zeichnen da. Mein eigener künstlerischer Weg hat mich zur Malerei geführt, es sind viele Bilder entstanden, die ich zusammen mit Skulpturen an verschiedenen Orten ausgestellt habe. Ich bin dankbar für weitere Nachfragen, Anregungen und Ausstellungsmöglichkeiten!
Mechthild Breme

Kindergeburtstage & Hofführungen

Mit Dani, Alenka und jetzt im Winter auch mit Anna liefen in 2008 die Umweltbildungsangebote weiter. Mit dem neuen Flyer (unterstützt von der Aktion Mensch), die verschickt und auch an vielen verschiedenen Stellen verteilt waren,  haben wir auch viele neue interessierte Gruppen erreicht und mehr als 60 Führungen, Projekttage, Kinderbauernhofbesuche und Kindergeburtstage durchgeführt.
Wir haben auch gut mit der Bäckerei zusammengearbeitet, was unser Angebot noch bereichert hat.
Es hat uns auch gefreut mit dem Aktion Mensch-Fördergeld unseren Kinderbauernhof weiter aufzubauen und den Kindern zu ermöglichen sich noch selbstständiger zu bewegen und mitzumachen.

Medebau
Es wurde  wieder viel gebaut in Medewege!
Im Jahr 2008 haben wir die Sanierungen und Umbauten an den übernommenen Gebäuden weiter vorangebracht. Im Januar wurde der Ladenneubau im großen Stallgebäude am Hofeingang fertig. Die Bäckerei hatte im Vorjahr im größeren Teil dieses Bauwerkes schon den Neuanfang gefeiert. Dann gab es einige kleine Bauprojekte wie Fundamenttrockenlegung im Wohnhaus 10a. Die Landwirtschaft hatte sich noch einmal zu einer Kuhstallerweiterung entschlossen.
Im Frühjahr konnten die Umbauarbeiten an unserem Bauernhaus beginnen. Der ehemalige Schweinestall, der vor Jahren schon einmal zu Wohn- und Ladenraum und Bäckerei umgebaut worden war, wurde völlig entkernt und dann nach neueren Kenntnissen über Wärmedämmung und Öko-Bauen wieder zur Wohnung hingezimmert. Dabei hatten wir wie seit vielen Jahren im Sommer Unterstützung vom internationalen Bauorden. Junge Leute aus ganz Europa halfen uns bei Dachabriss und Fassadenverschalungsarbeit. Das brachte Schwung in die Sache und kurz vor Weihnachten konnte Familie Weiß nun einziehen wo es nicht mehr so zieht wie vorher.
Auch für Autofahrer wurde einiges getan, indem die größten Straßenschäden ausgebessert wurden. Na ja, kurz: Wes wurde wieder Einiges geschafft.
Frank Schneeberg
 
Hofladen
Seit Januar dieses Jahres befindet sich der Laden im vorderen Bereich des Hofgeländes, direkt an der Straße. Das alte Gebäude wurde in der äußeren Form erhalten und komplett saniert und modernisiert. So können wir auf einer Fläche von nun 155 m2 mehr als 2.000 verschiedene Produkte anbieten (vorher 1.000 Produkte auf 55 m2). Unser Team ist auf  7 Personen angewachsen und wir bilden einen Lehrling aus. Vielen Dank und alles Liebe an unsere Kunden und an alle Menschen, die sich für den Bio-Bereich einsetzen.
Ralf Theege & Esther Jahn

Hofkiste
Das Jahr 2008 fing damit an, dass wir neue Napfkisten zum Ausliefern einkaufen mussten. Dies war ein gutes und eindeutiges Zeichen für einen Zuwachs an Kunden. Im gesamten Jahr konnten wir pro Woche ca. 150 Kunden beliefern. Unser Team besteht weiterhin aus „Knopf“ dem Fahrer und Simone Gruel an der Packstation. Die Schweriner Stadttour mussten wir teilen und zusätzlich von einem weiteren Fahrer ausliefern lassen. Seit Mai 2008 fährt Hartmut Heldt ebenfalls Hofkisten aus. Wir konnten einen angenehmen Sommer und Herbst in unseren noch neuen Packräumen genießen und arbeiten jetzt mit zuverlässiger Kühlzelle im Packbereich und Heizung im Bürobereich in den noch nicht so kalten Winter hinein. Die Zusammenarbeit mit Mühlenbäckerei, Hofladen, Gärtnerei, Landwirtschaft und Obstbau läuft immer reibungslos, die Hofkiste profitiert hier besonders vom regionalen Angebot und den kurzen Wegen. Vielen Dank an alle Zulieferer und Kunden wir wünschen Allen ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein gesundes Neues Jahr 2009.
Dagmar Kürten

Reiterei
So, nun ist die Reitsaison zu Ende und es bleibt ein bisschen Zeit, um zurückzuschauen auf das Jahr 2008.
Ich fand es ein wenig zu regnerisch, aber ansonsten bin ich ganz zufrieden. Die Pferde waren bei guter Gesundheit bis auf ein paar nervige Kleinigkeiten, wie zum Beispiel die Medeweger-Monstermücke. Diese verursachte in den Sommermonaten durch ihre Stiche riesengroße Monsterquaddeln. Und natürlich immer da wo sie am ungünstigsten waren, in der Sattellage! So konnten die Kinder mal wieder vermehrt üben, ohne Sattel zu reiten. Naja, das schult das Gleichgewicht.
Lia, die seit September 2007 bei mir ist, hat sich in ihrer ersten Saison wunderbar gezeigt. Sie ist ein echter Goldschatz und ich bin richtig glücklich, dass sie für mich arbeitet.
Luna-Milou, mein nun sechstes Pferd, ist jetzt ganz hier angekommen (seit Mai 08 auf dem Hof). Sie durfte sich erst einmal in ihrem neuen Zuhause einleben. Schließlich kam sie als Wildfang von der großen Koppel und war etwas entsetzt über dieses belebte Großstadtleben hier in Medewege. Zwischenzeitlich hatte ich auch für sie immer wieder etwas Zeit übrig und sie macht sich gut und brav unter dem Sattel. So dass alle ReiterInnen sich ab 2009 auf sie freuen können.
Brisko hat seinen Rentenantrag gestellt und ich denke gegen Ende 2009 wird er wohl bewilligt werden.
Kaja erfreut sich bester Gesundheit trotz ihrer nun ca. 21 Jahre und Nicalla hat ihren Status als "das Pony von dem die Kinder fallen" nun auch endgültig abgelegt und ich freue mich immer wieder über diese so braven und treuen Ponys. (Auch wenn ihre Sturheit einen manchmal echt ärgern kann)
Der Reitplatz hat im Oktober noch mal einen neuen Holzhackschnitzelbelag bekommen. So können die wetterfesten ReiterInnen auch über die Wintermonate zum Reiten kommen.
Die drei Schüler und Schülerinnen aus der 8. und 9. Klasse, die ihr Schülerpraktikum bei mir machten, waren eine Bereicherung für mich und den Betrieb. Ich habe sie in guter Erinnerung und bin schon gespannt auf die Nächsten.
Gespannt bin ich auch auf die weitere Entwicklung von uns allen und auf das Jahr 2009. Vorerst werde ich mich jetzt erstmal auf die ruhigere Zeit einstellen. Meine Pferde und ich werden diese Zeit genießen, uns ein bisschen Ausruhen, um dann wieder frisch und fröhlich ab März 2009 für alle Reitbegeisterten bereit zu sein.
Alles Gute, Karen

Mühlenbäckerei        2008 – was für ein Jahr!
Das erste Jahr in unseren neuen Räumen ist vergangen und wir blicken auf den bisher größten Entwicklungsschub der Mühlenbäckerei zurück. .......Ankommen in den Räumen der neuen Backstube; Leben einhauchen,  zum Teil auch den noch nicht fertig gestellten Räumen,  viele Abläufe überdenken und ausprobieren. Nebenbei immer noch weiterbauen, Neukundenakquise.
Juchhe! Im September wurde die Konditorei fertig gestellt. Ein prima Kondi- Team konnte angeheuert werden und das Sortiment ist eine echte Bereicherung. Seit Oktober werden unsere Produkte über Grell-Naturkost nach Hamburg und Schleswig-Holstein ausgeliefert. Wir haben uns zum ersten Mal auf der Messe in Hamburg, der Bio-Nord, präsentiert. Seit November betreiben wir unsere erste Filiale, Shop in Shop, im Rostocker KTC.
Innerhalb eines Jahres hat sich die Zahl der Mitarbeiter/innen auf aktuell 32 verdoppelt.
In den letzten Dezembertagen wird noch unsere Süd-Dachhälfte mit Photovoltaikmodulen
bepflastert und Öko-Strom ins Netz eingespeist.
Zu guter letzt sage ich Danke!!! Allen die uns unterstützen; in der alltäglichen Arbeit, mit guten Gedanken, mit Lob, Anregungen und Kritik oder durch den Kauf unserer Produkte.
Christian Fries

Drei Neuankömmlinge stellen sich vor:
Wenn man ab Ende des Sommers regelmäßig im Cafe saß und rechts über den Teich, in Richtung Waldkindergarten blickte, konnte man beobachten wie eine lang verwunschene Ecke Medeweges langsam begann, sich zu verändern.
Ich, Sophia und Johannes und unsere im Oktober geborene Tochter Mascha, wollen an diesem lauschigen Ort , in der nun bald einzugsbereiten Hütte unsere ersten Jahre wohnend und arbeitend verbringen.
Ab März werde ich meine Lehrzeit in der Gärtnerei weiter führen und Johannes der fertige Landwirtgeselle wird sich die ersten Monate des Jahres erst einmal auf den Baustellen Medeweges einbringen und unsere eigene Hüttenbaustelle beenden.
Wir freuen uns in Medewege gelandet zu sein und hoffen, dass wir viele Jahre hier leben und arbeiten werden!
Sophia Schmidt

Weihnachten 07, ein Medeweger Jahres-Alphabet

A – Am Anfang , Liebe Freundinnen und Freunde von Medewege, liebe Kunden und Kundinnen, wünschen wir Euch und Ihnen frohe Weihnachten und viel Freude und Freunde im Jahr 2008.

Wir berichten im Folgenden Einiges aus unserem Leben und Treiben zu dem jeder seinen Teil beigetragen hat, wie auch dieser Text aus einzelnen Beiträgen unserer im besten Sinne nachbarlichen Gemeinschaft zusammengestellt ist:

B - Die Baumaßnahmen in Medewege gehen voran. Abgesehen von etwas zu viel Luft im Heizungssystem des Gutshauses hat sich das Haus im letzten Jahr wirklich gemausert. Die Fassade ist fertig, das Treppenhaus auch; gearbeitet wird zurzeit noch an weiteren Räumen für den Therapiebereich. In der Planung sind die Sanierung des Bauernhauses und der Bau und die Einrichtung der Großküche…

C – Das Cafe im Park war dieses Jahr wieder ein viel besuchter und gemütlicher Treffpunkt im grünen Herzen am Rande unserer Landeshauptstadt. Die hervorragenden Kaffeespezialitäten und die stets frischen Backwaren aus der Mühlenbäckerei fanden immer mehr begeisterte Anhänger.

D – Dazugestoßen: Auch dieses Jahr sind wir wieder mehr geworden, nicht nur durch drei neugeborne Medebürger. Zwei Wohnungen wurden neu bezogen: mit der „Großmutter“ Renate Holst im Gutshaus und den Bewohnern der „Mede-WG“ im Neuhaus - Axel der Tischler, Jörg Fuss vom Buchversand, David (ebenfalls Tischler) und Claudia (Hofladen) sowie Andrea und Laura als IBO Architektur Praktikantinnen und Chris (Hofladen) - haben wir unsere Demographie gerundet.

E - Einweihungen gab es viele, größere und kleinere im vergangenen Jahr: sanierte Wohnungen im Gutshaus und Mittelhaus; neue Therapieräume von „Saluta“; Kinderbauernhof mit Hühnern, Schwein, Ziege und Kaninchen; neue und größere Betriebsstätten von der Hofkiste und der Mühlenbäckerei.

F - Wir feierten ein Frühlingshoffest, kein Herbstfest, aber einige kleine Einweihungen und Eröffnungen.
Eine Eröffnungswoche gibt es im kommenden Januar: am 14.01.2008 werden sich die Türen des neuen Hofladens öffnen und gemeinsam mit der Bäckerei und dem Lieferservice (Hofkiste) werden wir eine ganze Woche feiern!
Ich bin froh, dass uns immer wieder Kraft für Entscheidungen geschenkt wird.

G – Die Gärtnerei hat in diesem Frühjahr zwei Folientunnel bekommen und so gibt es noch früher Gemüse (und die entsprechenden Einnahmen). Obwohl es vom Wetter her ein sehr schwieriges Jahr war ist man mit dem Erreichten zufrieden. Seit November kann man das Gemüseland auch mit normalen Straßenschuhen erreichen, denn es gibt seit neuestem einen bequemen direkten Weg zum Feld, ohne metertiefe Pfützen. Nächstes Jahr soll nun der Bau einer dringend benötigten Lager- und Aufbereitungshalle in Angriff genommen werden. Herzlich wird an dieser Stelle hiermit um Unterstützung durch Spenden und Darlehn für dieses Vorhaben gebeten!

H - Die Hofkiste hat einen freundlichen hellen Packraum neben der neu eingerichteten Mühlenbäckerei bezogen und glänzt ferner mit einem neuen Internetauftritt. Am anderen Ende der sanierten großen Halle eröffnet der Hofladen seine neuen und ansprechenden großzügigen Geschäftsräume – mit Parkplätzen direkt in Eingangsnähe…

I - Auch im Sommer 2007 haben die Baupraktikanten des Internationalen Bauordens (IBO) zur Weiterentwicklung der Wohnlichkeit auf dem Hof Medewege beigetragen. Sie kamen aus Polen und Russland, aus Bulgarien und der Ukraine, aus Japan und Togo und aus Deutschland und haben das gesamte Gutshaus (von außen) gelb und grün gestrichen.
Das Ergebnis hat den Aufwand gelohnt. „Man“ spricht über den neuen Anstrich, die neue, beeindruckende Ausstrahlung des Gebäudes. Das ist bei verschiedenen gesellschaftlichen Anlässen in und um Schwerin zu erfahren. Vor allem aber fühlen wir Bewohner uns wohnlich wohl damit.
Initiativen: Regionalpolitischer Höhepunkt des diesjährigen Hoffestes am 23. Juni war die weithin beachtete Initiative der Medeweger Landwirtschaft, die „gentechnikfreie Region Schweriner Land“ zu gründen.
Esther Jahn und Dagmar Kürten referierten mit dem Hintergrund ihrer praktischen Erfahrung auf der Informationsveranstaltung „Bio kann jeder“ mit dem Inhalt, Bio Lebensmittel in die Versorgung von Schulen und Kindertagesstätten zu bringen am 14. November im Landwirtschaftsministerium.
Und sobald DJ Tomate initiativ wurde, war für willkommene musik-kulturelle Zerstreuung gesorgt. Er hat für Medeweger, Freunde und Gäste aus nah und fern über das Jahr verteilt immer wieder niveauvolle musikalische Auftritte von vielseitiger Kleinkunstinterpreten organisiert und an den turntables für überbordende Stimmung beim Tanzvergnügen gesorgt.

J - Das Jahr, der Jahreslauf, die Jahreszeiten
die Vielfalt der Menschen, der Arbeiten, der Stimmungen.
Sie wahrzunehmen ist angewandte Nächstenliebe.

K- Auch in diesem Jahr öffneten die Medeweger Künstlerinnen wieder ihre Werkstätten und den Kräutergarten zu "Kunst offen".
An dem Pfingstwochenende bewunderten viele interessierte Menschen kunstvolle Skulpturen aus Stein und Holz, Keramik und attraktive Mode aus Filz. Der Kräutergarten wurde durch Sandbilder verschönert. Auch 2008 werden an einem sonnigen Pfingstwochenende die Türen und Pforten zu "Kunst offen" wieder weit offen stehen.
Der Kulturverein hat in diesem Jahr zahlreiche Hofführungen und Kindergeburtstage organisiert.
Außerdem beschäftigte er sich intensiv mit der "Heizungsfrage" für die Wohnhäuser.
So hat er dafür gesorgt, dass wir Bewohner jetzt immer warme Füße haben. Im Gutshaus wurde für die Heizungsanlage eine Wärmepumpe (Erdwärme) eingerichtet. Die Leitungen zur Nutzung der Erdwärme wurden auf der großen Kuhwiese verlegt. Zur Vervollständigung der Heizungsanlage ist noch ein Block-Heiz-Kraftwerk in Planung.
Auch in nächster Zeit wird sich der Kulturverein mit innovativer Heiz- und Wärmetechnik befassen. Z.B. mit der Frage: können wir die Wärme des Kuhmistes nutzen?

L - Landwirtschaft: Die Landwirte hatten eine schlechte Ernte.
Live Musik: Als Sie noch „Nichts“ waren (unsere Hof-Band) haben sie sich nicht sehr weit entwickelt. Als sie sich dann „5-Tage-Fieber“ nannten, hörte sich alles viel besser an. Ich fand gut, dass sie zu unserem Hoffest einen Song zum Thema „Gentechnik“ geschrieben haben. (Levin Jahn)

M- In der Mühlenbäckerei
Gibt’s so manche Spachtelei
Zwischen Mehl und Milch
Knetet mancher Knilch
Gerüst und Brote, allerlei.
In der Medemühlerei
In der Medemühlerei.

N - das neue Haus: Mitten im Gewerbegebiet des Hofes Medewege liegt zwischen Getreidehalle, Bäckerei, Tischlerei und der Künstlerschmiede das 2007 neu erworbene „Neuhaus“. Dort befindet sich nun in der ersten Etage die Mede-WG, im Erdgeschoß soll die Hofküche mit Bistro Ihren neuen Standort finden.
Nachwuchs: gab es wieder Im ersten Viertel des Jahres. Wir freuen uns Mocca Lulu, Aljoscha und Liza in unserer Mitte begrüßen zu können

O – Obst ohnegleichen auf der Streuobstwiese,
ohne Obst ist das Leben nichts
fragt doch den Wolf.

P - Park: Der Park ist vor allem von Baumaterialhaufen befreit worden, aber auch dank Zaun und Hecke zum Kindergarten und Bäckerumzug von parkenden Autos. Nun kann man sich auf Belebung seitens der Bewohner freuen! Und die Baumpfleger waren da, für die bleibt noch einiges zu tun.
Planungen: Planungen gibt’s so viele! Jeder hat seine alleine. Und wir gemeinsam planen grade den letzten Teil der Erschließung, die Strassen, Wege, deren Ränder und Begegnungsplätze. Alleebäume und –skulpturen, Zwischenräume. Pflastersteine, Asphalt, Schotter. (Letzterer fehlt immer.)

Q - Die Quelle unserer Arbeit auf diesem Hof ist das Ideal, etwas zu tun, was Sinn macht – im Sinne der Zukunft.
Was uns quält, ist der ständige Druck, unseren Kredit zu bedienen.

R – mit Renate Holst, meist einfach „Großmutter“ genannt, sind wir nun endlich mit allen Generationen in Medewege vertreten. Die Reiterei wächst ebenfalls und es gibt mittlerweile fünf Pferde die unter der Betreuung von Karen Blum mit vielen Kindern über den immer gut besuchten Reitplatz traben.

S - Saluta: Die Medeweger und externe Therapeuten unterstützen die Gesundung und Gesunderhaltung ihrer Patienten jetzt in neuen Räumen im Souterrain des Gutshauses. Ob Bad, Strömungsmassage, Eurythmie, Biografiearbeit, Kunsttherapie, Gesangstherapie und Seminare- immer häufiger brennt in den Räumen abends das Licht!
Sauna: Jeden Sonntagabend wird im Keller des Gutshauses der Ofen eingeheizt. Anschließend ein kühles Bad im See...mal sehen wie das wird wenn der See mal wieder zufrieren sollte. Mutige vor!

T - Tiefbau: Wir haben komplett neue Wasser- und Abwasserleitungen für alle Gebäude bekommen. Das große sanierte ehemalige Stallgebäude mit der neuen Bäckerei und dem Laden wurde vollständig erschlossen.

U - Architekt Uwe Kurzbein hat einen entscheidenden Anteil am jetzigen Gesicht unserer Gemeinschaft und soll hier auch stellvertretend für viele weitere Mitgestalter, Unterstützer und Helfer mit Dank genannt werden.

V - Vernissage: Im Gutshausfoyer wurde vor wenigen Wochen die erste Medeweger Kunstausstellung mit Gemälden der hier ansässigen Künstlerin Mechthild Breme feierlich eröffnet. Mögen diesem kulturellen Ereignis noch viele weitere folgen!

W - Wege: Anfang des Jahres waren die meisten Wege in Medewege weg gegraben und von Schlamm und Erdhaufen im Rahmen der Erschließungsmaßnahmen umgeben. Die alten Feldsteinpflasterstraßen haben einige Löcher bekommen. Die Neugestaltung der Wege soll diese Pflasterung wo es geht erhalten. Ein neuer Weg wurde diesen Herbst durch die Obstanlage zum Gemüseland gebaut.
Wetter: das Wetter war in diesem Jahr außergewöhnlich feucht und es gab nach einem sehr milden Winter einen frühsommerlichen April. Die Ernte war in diesem Jahr bei vielen Kulturen deutlich früher.
Wünsche: Bei allem Umgestalten und Umbau wünsche ich mir, dass im kommenden Jahr Einiges fertig wird - zunächst mal der Hofladen, der Wegebau, der Umbau des Bauernhauses, die Küche. Und: das Alles in neuer Form zu einem Ganzen wird.

XY - Joker, Geister Feen
hab ich dies Jahr noch nicht gesehn
Man ahnt sie nur an Tagen,
die Stille in und um uns tragen-
Die warn noch nicht, die kommen noch....

Z - Zuguterletzt, Zukunft: Schon Tolstoi sagte:
“wahres Leben wird gelebt, wenn kleine Änderungen eintreten…“
So blicken wir zurück auf so viele kleine (und große) Veränderungen hier in Medewege und freuen uns (mit Euch und Ihnen) auf ein reichgefülltes, interessantes und lebenspralles Jahr 2008.

Für die Medeweger, (Große und Kleine)
Rainer Holst am 19.12.07

Einmal ganz kurz: Weihnachten 2006

Liebe Freunde und Bekannte vom Hof Medewege!
Auch dieses Jahr möchten wir Euch wieder einen kleinen Bericht über die Entwicklung unserer wachsenden Gemeinschaft geben. Unser neu gestaltetes Faltblatt verschafft eine erste Orientierung über unsere Initiativen.  Ein kurzer Besuch reicht meist schon nicht mehr aus, um alles zu erfassen, was innerhalb eines Jahres hier an Neuem zu besichtigen ist.
Als erstes sind hier nun die umfangreichen Bauarbeiten auf dem Gelände zu nennen. Schon zu Jahresbeginn wurde eine stattliche Halle anstelle des alten Bullenstalles errichtet. Rechtzeitig zur Getreideernte war dieses Bauvorhaben mitsamt der Lager- und Reinigungstechnik fertig gestellt und die Solaranlage konnte bereits in den warmen Sommermonaten richtig Strom produzieren.
Das Gutshaus und das Gärtnerhaus wurden umfassend saniert und geben unserem Gelände jetzt ein neues und freundliches Gesicht – innen ist es total schön und gemütlich geworden. Im Gutshaus sind zusätzliche Wohnungen entstanden, so dass wir uns sehr über einige neue Mitbewohner freuen können: Malte und Sabine Ganssauge sind mit zwei Kindern zu uns gestoßen, Anna Houfek und Raphael Mexner, sind zur Mitarbeit in der Landwirtschaft gekommen (sie haben ebenfalls ein Kind beigesteuert) und Mathias Baerens und seine Frau Alenka haben uns in ihre frisch bezogene Wohnung bereits zu Ihrem Hochzeitsfest eingeladen. Im neuen Jahr erwarten wir zwei weitere neue Erdenbürger. Wo gibt es heutzutage in Deutschland schon eine so erfreuliche demographische Entwicklung?
Und während die Herbststürme und Regengüsse vorweihnachtliche Ungemütlichkeit erzeugen, machen Bagger, Baustellenfahrzeuge, Container, Sandhaufen, Absperrgitter, Materiallieferungen und rot weiße Kunststoffbänder unser Gutsgelände vollends zur Großbaustelle. Denn wo das Jahr über „nur“ Wohn- und Wirtschaftsgebäude saniert oder neu errichtet wurden, werden jetzt  auch noch die Erschließungsarbeiten durchgeführt, die uns eine konstante Wasser- und Stromversorgung für die nächsten Jahrzehnte ermöglichen soll. Für die daraus entstandenen Unannehmlichkeiten möchten wir uns hiermit bei allen Leidtragenden entschuldigen! 
Nun, auch unsere Initiativen haben Nachwuchs bekommen: Der Therapiekreis hat eigene Räumlichkeiten im Gutshaus bezogen. Dort kann man jetzt Massagen,  künstlerische Therapien und weitere heilenden und helfenden Dienste in Anspruch nehmen. Der Kulturverein hat das Projekt Kinderbauernhof mit ins Leben gerufen: er entsteht auf der Kälberwiese  im alten Pumpenhäuschen. Hier können Kinder den unmittelbaren Kontakt mit Tieren aufnehmen und spielend die Arbeiten auf einem Bauernhof erlernen. Darüber freuen sich besonders die Kinder unseres Waldorfkindergartens aber auch die Teilnehmer von Führungen, Projekttagen und Kindergeburtstagen.
Wie jedes Jahr hatten wir zu kleineren und größeren öffentlichen Festen viele Besucher auf dem Hof und das kleine Cafe im Park war an manchem Nachmittag schon rammelvoll…
Ruhig und beschaulich ging es wohl nirgendwo zu in Medewege in diesem Jahr, es sei denn man ging frühmorgens oder zur Abenddämmerung an den See und atmete tief durch…  Dafür sind wir ein großes Stück weitergekommen bei unseren Aktivitäten hier einen lebenswerten und interessanten Ort zu gestalten. Dies ist durch sehr großen Einsatz und sehr viel Hilfe möglich geworden, für die wir allen Beteiligten von nah und fern unseren tiefen Dank aussprechen möchten. Denn auch im kommenden Jahr werden wir gerne wieder Mitarbeit und Unterstützung annehmen:
Der Hofladen und die Mühlenbäckerei werden die nächste große Scheune mit Leben erfüllen.  Einige künftige Mitbewohner freuen sich schon auf den Tag ihres Einzugs, wenn weitere Wohnungen im Gutshaus bezugsfertig sind. Im Park werden wir nach Abschluss der gröbsten Bauarbeiten gepflegte Rasenflächen und  zauberhafte Rosenbeete anlegen…
Bis dahin wünschen wir erstmal eine frohe und erholsame Weihnachtszeit und alles Gute für das neue Jahr!
Viele Grüße von der Medeweger Gemeinschaft,

Esther Jahn und Rainer Holst, den 20.Dezember 06

Wer in diesem Jahr 2005...

Liebe Freunde vom Hof Medewege!
Wer in diesem Jahr 2005 auf unser Hofgelände gekommen ist, konnte geradezu spektakuläre Veränderungen wahrnehmen:
* Bereits im Mai wurde der Weg zwischen den Gutsteichen gepflastert.
* Im Sommer wurde das Dach des Gutshauses abgedeckt und die Sanierung des Dachstuhles begonnen
* Nach den Schulferien hat die neue Waldgruppe des Kindergartens einen renovierten Bauwagen bezogen.
* Vor der Künstlerschmiede ist ein ansehnlicher Reitplatz entstanden.
* Im Oktober wurde endlich der große baufällige alte Bullenstall abgerissen.
* Im Spätherbst wurde das Dach und der Treppenvorbau des Gutshauses fertiggestellt.

Das, was weniger sichtbar war, ist für uns dennoch genauso bedeutsam:
* Langwierige und am Ende erfolgreiche Bemühungen zur Finanzierung unserer Bauvorhaben
* ein gemeinsam gestaltetes Wochenendseminar
* viele schöne und interessante  Begegnungen mit unseren Besuchern und Gästen auf Hoffesten, workshops, Flohmärkten -( ja , die gibt’s jetzt auch in Medewege!)
* dann und wann eine gemütliche Runde in unserem Hofcafe

In diesem Rundbrief möchten wir als einzelne Betriebe und Menschen  von unserer Arbeit berichten.

Das Gut Medewege verändert sich
Die Gebäude auf dem Hof Medewege wurden vom Denkmalpflegeamt unter einen Ensembleschutz gestellt. Während der langjährigen Kauf- und Pachtverhandlungen mit der Eigentümerin Stadt hat die Gemeinschaft auf gut Glück mit eigenen Mitteln erhaltende Maßnahmen durchgeführt. Diese Mittel sind begrenzt und so konnte der Verfall des Bullenstalles nicht mehr aufgehalten werden. Seit dem Dezember 2003 sind nun die Pacht – und Kaufverträge abgeschlossen, womit sich die Grundlage für Investitionen verbessert hat. Für den Bullenstall, der mit seinem Fachwerk einmal sehr schön war, blieb nur noch der Abriß übrig. Er schafft Platz für die Langersehnte Getreidelagerhalle und befreit uns einmal mehr von dem Gefühl des Verfalls. Sehr wichtig finden wir auch die Sanierung des Gutshauses. Im vergangenen Jahr wurde der fast schwarze verwitterte Putz an der Ostfassade erneuert und die Treppe nach alten Vorlagen umgestaltet.
Im Februar dieses Jahres konnten dann durch Umbauten im Innenbereich neue Wohnräume gewonnen werden. Eine große Veränderung der Außenwirkung ist die Dacherneuerung, die im Sommer wieder mit Hilfe des internationalen Bauordens begonnen hat. So wird am Ende des Jahres eine neue ziegelrote Haube das Haus vor Regen schützen.
Auf der Westseite ist auf ganzer Dachbodenlänge eine Gaube entstanden, wodurch der Ausbau zu weiterem sehr begehrten Wohnraummöglich ist. Ein Blickfang ist ganz sicher auch der Windfang, der an dem Osteingang jetzt Anfang Dezember aufgestellt wurde.
Bezogen auf alte vorhandene Fotos ist er als Fachwerk ausgeführt und vollendet die Treppenumgestaltung.
Neben diesen großen Projekten geschehen hier und da die kleinen Dinge , die auch das Gesamtbild verschönern.
Karen Blum zog im Sommer hierher und belebt mit Ihren Pferden einen bisher ungenutzten Teil des ehemaligen Pferdestalles neu. Zur großen Freude der Kinder legte sie einen Reitplatz an. So gibt es sicher noch vieles, was sich entwickelt.
Fast vergessen hatte ich den neu angelegten Weg, der sich nun von den Gutsteichen bis hoch zum Gutshausrondell zieht. Auch hier wird es noch weitergehen wie an vielen anderen Stellen auch.

Frank Schneeberg

Für die Medeweger Landwirtschaft war das vergangene Jahr ein gutes Jahr. Wir hatten im Frühjahr und im Herbst längere Schönwetter-Perioden in denen die Felder unter guten Bedingungen bestellt und beerntet werden konnten. Im Sommer gab es eine Trockenzeit, die dank unserer nicht allzu schlechten Böden gut überstanden wurde. Lediglich das Grünland, das ja nicht so tief wurzelt, zeigte Ertragsausfälle durch Wassermangel. Im späten Herbst, der ja noch sehr mild wurde, holte es den Aufwuchs nach. So konnte auch die Futterernte noch reichlich ausfallen.
Die Viehhaltung hat dieses Jahr keine großen Veränderungen erfahren. Alles klappte ohne große Probleme. Im Sommer sind alle Rindviecher draußen, und nur die Kühe kommen zum melken kurz rein. Unser sehr einfaches Stallsystem bietet nicht nur jungen Menschen einen idealen Einstieg in die Arbeitswelt mit Nutztieren, sondern auch die Tiere genießen diese unkomplizierte Haltungsform und danken es mit Gesundheit und Vitalität. Die gesamte Nachzucht weidet im Sommer auf dem „Moorhof“ bei Pingelshagen.
Die Schweine besiedeln im Sommer die gesamte Liegefläche der Jungtiere und fühlen sich dort sauwohl. Neben ihrer Getreide-/Lupinenration bekommen Sie alles was noch so übrig bleibt und sind somit unsere idealen Resteverwerter.
Die Hühner und Enten haben durch die Geflügelpesteuphorie leider in diesem Herbst keinen Auslauf mehr. Eine Herde hat jedoch von uns eine Voliere gebaut bekommen. Gefühlt sind sie draußen. Herr Detjen und seine Frau haben die Sache jedoch durch ihr großes Engagement und ihre Zuwendung für die Tiere erträglich gemacht.
Im Sommer haben unsere Lehrlinge Johannes Hippert und Thomas Kähler ihre Ausbildungszeit bei uns beendet. Beide haben viel im Stall gearbeitet. Johannes war im Sommer mehr im Feldgemüse, Thomas mehr im Ackerbau beschäftigt. Thomas macht sein letztes Ausbildungsjahr auf  einem großen benachbarten Agrarbetrieb, Johannes nimmt eine Auszeit aus der „Freien Ausbildung“, und engagiert sich auf der Gutshaus-Baustelle.
Unsere langjährige Melkerin Katrin Meyer ist im November nach einjährigem Koma gestorben.
Für das „Freiwillige Ökologische Jahr“ ist Caroline durch Stefanie abgelöst worden.
Als neuer Lehrling hat Marvin Düwert bei uns sein angefangen. Für ihn wird es das 2. und 3. Lehrjahr.
Unsere ehemalige Auszubildende Anna hat uns im Sommer in der Arbeitsspitze geholfen; sie kann den Kuhstall selbständig führen.

Georg-Wilhelm Jahn

Gärtnerei
Zum Ende des Gartenjahres, wenn das späte Gemüse geerntet und eingelagert ist, das Ackerland gepflügt  auf den Neuanfang im kommenden Frühjahr wartet, beginnt eine gleichfalls wichtige Zeit für die Gärtnerei: Alle liegengebliebenen Arbeiten werden nun in Angriff genommen, Maschinen werden instandgesetzt und die Vorbereitungen und Planungen für die nächste Saison beginnen schon - mit einem Rückblick auf die zurückliegenden arbeitsreichen Monate:
Ein wunderschöner goldener Herbst wie selten nur ermöglichte uns eine gute und angenehme Ernte, so daß viele Gemüsepflanzen, die im kalten Frühjahr und Sommer erst einen schwachen Wachstumsstand zeigten, noch wunderbar ausreifen konnten.
Äußerlich gewinnt die Gärtnerei mehr und mehr an Gestalt, woran das ganze Jahr über viele Menschen mitwirken:
Maria Houfek macht hier ihr 3. Lehrjahr der biologisch-dynamischen Ausbildung. Zusammen mit ihrer Schwester Anna, die den Hof bereits aus der Landwirtschaft kennt, ermöglichte Sie mir und meiner Familie mitten In Sommer zwei Wochen Urlaub!
Sascha Valnov macht seit September ein freiwilliges ökologisches Jahr in der Gärtnerei.
Landwirt Henry Feddersen ist vormittags mit Schwung und Tatkraft bei allen Arbeiten dabei.
Franziska Ahles hilft (soweit ihre mütterlichen Pflichten es zulassen) mit viel Engagement auf dem Feld.
(Leider wurde der tüchtige Helfer  Petros, der bereits lange Jahre mit seiner Familie in Deutschland lebte, Anfang des Jahres von der örtlichen  Ausländerbehörde in sein Herkunftsland abgeschoben. So branden also nicht nur die allgegenwärtigen Probleme wie Gentechnik, sinkende Preise, etc. an uns heran, sondern man wird auch dann und wann daran erinnert, daß Staatsterror kein Privileg der USA ist. Pardon, vielleicht darf auch mal etwas querliegendes gesagt werden, wenn es der Wahrheit entspricht.)
Allen, die hier in diesem Jahr für kurze oder längere Zeit dabei waren, möchte ich hiermit meinen herzlichsten Dank aussprechen.
Im kommenden Jahr möchte ich verstärkt an der weiteren Ausformung  und Qualität des Gemüseanbaues arbeiten, an Elementen der Pflege des uns anvertrauten Landes. Im Druck des Arbeitsalltages wird diese Pflege oft nur unzureichend getan, obwohl sie doch die entscheidende Grundhaltung  für alles Wirken in der Gärtnerei ist, so wie ich es verstehe.

Rainer Holst

Feldgarten
Nun zu Winteranfang sind dort nur noch Distelfinken und andere Vögel zu Besuch, die sich die Samen aus der wilde Karde, die so schön um den Sandkaten herum gewachsen ist, herauspicken.
Und zunächst dachte ich, was gibt es denn da zu schreiben?
Rückblickend kam dann doch Einiges:
Ein kleiner Teich (vor allem zur Bewässerung ist zu Pfingsten entstanden mit viel Hilfe (Steine schleppen) vom Kindergarten und anderen. Lustig war, daß er zu Anfang sogar zum Baden genutzt wurde.
Das Element Wasser soh nah am Gartenverändert viel, der Himmel spiegelt sich dort, die Vögel kommen vermehrt zum Trinken…
Um Ostern ist eine Weidenlaube über der Sandkiste entstanden mit bunten Weiden von Danielle („unsere“ Korbflechterin). Sie ist gut angewachsen.Die Waldgruppe des Kindergartens hat im Herbst für Leben im Garten gesorgt mit Picknick, Ernten, Spielen, Engelwurz pflanzen.
Und im Oktober hat der Garten einen Schwestergarten im Behindertenheim in Lankow bekommen. Im Rahmen der „kleinen BUGA“ habe ich dort als Ferienprojekt ein großes hügeliges Kräuterbeet mit den Jugendlichen des Heimes angelegt, so daß Ableger und Jungpflanzen aus Medewege nun auch dort wachsen. Im nächsten Jahr wünsche ich mir weiterhin viele Besucher und Mithelfer im Garten. Vielen Dank,

Claudia Holst

Das süße Obst
Zuerst die gute Nachricht: Eine weitere Streuobstwiese ( in Upahl ) gehört jetzt zu den Medeweger Pachtflächen, 127 hochstämmige Kern- und Steinobstbäume verschiedenster alter Sorten , aber noch jung an Jahren. Einen ersten Ertrag gab es bereits, unter anderen beim „Altländer Pfannkuchenapfel“ und beim „Holsteiner Cox“.
Dann die schlechte des Jahres 2005 : In der Blüte zu kalt, der Juli zu nass, der August zu trocken, und zu guter Letzt ein Spätsommer, wie er im Buche steht. Doch was jetzt an Äpfeln noch reifen konnte, war viel zu knapp und sah gar nicht paradiesisch aus.
Also ein Jammer-Jahr? I wo! Auf die inneren Werte kommt es an! Die Äpfel dieses Jahrgangs haben einen „Zuckerspiegel“ aufgebaut, wie es ihn nur alle 10 Jahre einmal gibt. Meine Kollegen von der Mosterei beklagten sich darüber, dass ihnen der Saft im Pasteur kleben blieb.
Welcher Apfel nun der Vermostung entgangen und trotzdem mit einem äußerlichen Makel behaftet ist, kann immer noch zu anderen Köstlichkeiten verarbeitet werden, zum Beispiel:

„EVAS VERFÜHRUNG“ (aus dem „Kleinen Apfel- Brevier von A- Z“)
4 wohlschmeckende Äpfel, ½ Zitrone
¼ l Weißwein, 2 Eßl. Zucker,
4 Teel. Erdbeerkonfitüre, 50g Mandeln,
1/8 l Sahne, ½ Päckchen Vanillinzucker,
4 Torteletts,
3 Eßl. Erdbeeren, Zucker
Die Äpfel schälen, vom Kernhaus befreien und mit Zitronensaft beträufeln. ¼ l Wasser mit dem Weißwein aufkochen, den Zucker zufügen und die Äpfel etwa 10 Minuten darin dünsten. Herausnehmen, abtropfen und abkühlen lassen. Mit Erdbeerkonfitüre füllen, mit Mandelstiften spicken. Die Sahne mit Vanillinzucker steifschlagen, einen Teil davon auf die Torteletts spritzen. Darauf je einen Apfel setzen, obenauf die gezuckerten Erdbeeren verteilen, mit Sahne garnieren.
Guten Appetit, und das nicht nur zur Weihnachtszeit!

Wolf- Dietrich Kloth

Hofladen
Wir waren auch im zurückliegendem Jahr darum bemüht unser Sortiment nach hoher Qualität, fairer Preis/ Leistung und speziellen Kundenwünschen auszurichten. Von den ca. 1.000 Produkten im Laden sind je nach Saison und Tagesangebot zwischen 150 und 200 Lebens- Mittel, die direkt bei uns auf dem Hof erzeugt und verarbeitet werden. Um unsere Hof-Produkte besser zu erkennen, haben wir sie, wo es möglich ist, mit dem neuen Hof-Logo gekennzeichnet.
Zu unseren Lieferanten zählen neben dem Naturkost- Großhandel, der uns 3 x wöchentlich beliefert, auch 10 regionale Betriebe. Wir unterstützen natürlich auch die bundesweite Aktion „Regional ist 1. Wahl“.
Letzten Sommer haben wir im Verkauf Verstärkung bekommen. Tina hat sich sehr schnell eingearbeitet und ist inzwischen gut im Team integriert.
Gegenwärtig wird ja an vielen Stellen auf unserem Hofgelände gebaut. Nächstes Jahr wird eine Baustelle für ein neuen, größeren Laden dazukommen.
Herzlichen Dank an alle, die uns unterstützen.
Lust am Genuss wünschen:

Esther, Silvana, Tina, Wolf und Ralf.

Filzatelier
Seit eineinhalb Jahren arbeite ich jetzt schon als „Nachbarin“ von Mechthild und Frank in der Kunstscheune. Oft war das Atelier gefüllt mit großen und kleinen Leuten. Jeden Donnerstag kommen Interessierte zum „Offenen Atelier“, aber auch Geburtstagsrunden, Konfirmationsgesellschaften oder auch ganze Schulklassen nutzen das Atelier als Ort zum gemeinsamen Erlebnis „Filzen“ oder um mehr über Ursprung und Traditionen des Filzens zu erfahren.
Für mich selbst ist das Arbeiten in dem schönen hellen Raum immer wieder eine Freude – seit dem Sommer kann ich nachmittags oft den begeisterten Reit- und Voltigierkindern um Karen zuschauen und noch spät am Abend scheint mir sommers die Sonne durchs Fenster hinein…
Neben meinen Lieblingsarbeiten, den Teppichen für Wand und Boden, Reise- und Yogamatten und Filzbildern, habe ich im vergangenen Jahr zunehmend auch Experimente unternommen, Wolle und Seide zusammen zu Bekleidung zu verbinden. Und  meine Pflanzenfärberei hat durch meinen Besuch eines Färbefestivals im Sommer in Finnland neue Impulse erfahren.
Einige Ausstellungen liefen in den letzten Monaten gemeinsam mit meiner Freundin Gabriele Küther-Staudler in Brandenburg, Berlin und kürzlich im Frauenmuseum Wiesbaden. Inspirierende Arbeitstreffen mit Gabriele und auch mit Annette Schröder (Wollwerkstatt in Seefeld) und Martina Weiß (Heidekaten) und zwei weiteren Filzerinnen führten u.a. auch zur Planung einer gemeinsamen Filzausstellung, die vom 13. Januar bis 12. Februar nächsten Jahres im Wismarer Baumhaus (Hafen) zu sehen sein wird.
Nicht zuletzt erfahre ich durch die vielen Menschen, die zu mir in die Werkstatt kommen- sei es zu eigenen Filzexperimenten (denen ich dann „Geburtshilfe“ leisten kann) oder auch nur zum Schauen- immer wieder neue Anregungen für meine eigene Arbeit, und dafür möchte ich an dieser Stelle sagen: Herzlichen Dank !

Martina Zinkowski

Pferde
Seit Juli 2005 lebe ich mit meinen zwei Pferden Kaja und Chamberlain in Medewege. Ein Stall mit Auslauf ist im vorderen Bereich des alten Pferdestalles entstanden. Im November habe ich einen soliden Reitplatz anlegen lassen. Er befindet sich neben der Kunstscheune. Für ausreichend gutes Futter sorgen die Familien Jahn und Weiß. Den Pferdemist bekommt Familie Holst für die Feldgärtnerei.
Seit August biete ich Reitunterricht für Groß und klein an, sowie das Voltigieren in kleineren Gruppen. Mein Ziel ist es, eine Reitschule aufzubauen, wo Kinder und Erwachsene in einer freundlichen und stressfreien Atmosphäre das Reiten erlernen oder ihre bereits vorhandenen Fähigkeiten weiterentwickeln können.
Ich selbst habe die letzten zehn Jahre angestellt sowie freiberuflich als Pferdeausbilderin und Reitlehrerin gearbeitet und freue mich sehr darüber, hier in Medewege einen neuen Platz zur Entfaltung gefunden zu haben. In diesem Sinne einen Dank an alle und weiter so.

Karen Blum


Zur Bettlerei: (Besser nur Weihnachtsgrüße und tschüß)
Der Kindergarten im Wedding brachte Arbeit im Frühjahr, die hiesigen –gartenkinder raspelten weiter je mittwochs und Schüler der Umgebung orientierten sich beruflich, - mehr gibt’s nicht zu berichten in diesem Jahr.Tjako im Wegzwickel kurz vor Vollendung der Gestaltung
- Zum Park:
Die "Ibo´s" waren wieder da!
Einmal anders kamen sie dies Jahr auch im Mai, war´n mehr als drei, aus Holland dabei. Für Verschönerung, Verbesserung der Fusswege, zwischen den Teichen, halb ums Rondell rum, rund ums Labyrind. Wir legten Klinker in drei Farben, schafften Flussbett den Geh-Weg-Strömen.
Oben: Tjako im Wegzwickel kurz vor Fertigstellung der Gestaltung. Links: Die erste "Schlange" windet sich, im  Hintergrund ist der Platz unter den Linden bald fertig.
Die Wegchlange windet sich zwischen den Teichen durch...
- Im Herbst gab es endlich Eichhörnchen zu bekommen! Schon lange wollte ich deren Leichte hier haben, sie sollen an Cafegastkuchenkrümmeln sich laben, den Park durchspielen, Fussflügel bringen. Noch sind sie in einer Voliére, schon floh eines, jetzt wart ich auf Nachschub, dann auf Nachwuchs, dann sollen sie frei sein
- Und: Unter der alten Adresse des Hofes ist ab dem Jahreswechsel das medeweger Gesamt zu sehn: www.hof-medewege.de. Der neue Internettauftritt ist fertig, zu allen Betrieben und Initiativen, Personen und Projekten gibt’s Blätter. Im Ur-Laub zu surfen ist weiterhin möglich. Viel Spaß!

Peter Zimmer

Rund um die Kunst
Die Kunst ist für den Menschen da.
Mein Anliegen ist es, künstlerische Impulse in viele Lebensbereiche zu tragen.

Lebenskunst – Biographiearbeit:
Was ist Biographiearbeit? Es geht darum, das eigene Leben zu entdecken, die individuellen Möglichkeiten und Fähigkeiten zu schulen, die Zukunft aktiv zu gestalten und zufriedener zu werden.
Im Februar gab es ein erstes Biographie-seminar am Hof, daraus erwuchs eine kleine biographische Arbeitsgruppe. Weiterhin fanden viele Einzelberatungen, besser Entwicklungsbegleitungen statt, die ich gerne mit dem plastischen Gestalten vertiefte.
Im Herbst war ich eingeladen bei der Hospiz-Bewegung in Wismar einen Vortrag über Biographiearbeit zu halten; es ging um das Thema „Begegnung“.

Steinhauen:
Erstmalig kamen Schüler der 12. Klasse (Waldorfschule) zum Steinhauen hierhin. Da der Kurs freiwillig stattfand ( mitten in den Realschulprüfungen) waren es nur vier – diese jedoch schlugen mit erstaunlicher Kraft und Entschiedenheit ihre ganz individuellen Motive in den Sandstein.
Im Frühjahr und Herbst gab es zwei kleine Steinhaukurse, einzelne Menschen nutzten auch Donnerstags das offene Atelier.

Kunsttherapie:
Ein weiterer Bereich in dem die Kunst ihren heilenden Aspekt zeigt, ist das plastisch-therapeutische Gestalten: In der Schule begleitete ich Kinder aus verschiedenen Klassen, Erwachsene kamen in unseren Therapieraum hier am Ort. Die räumliche Vergrößerung unseres Therapiebereiches ist weiterhin in Planung.

Die eigenen künstlerisch Arbeit dient mir als „Nahrung“ und Entwicklungsquelle. Es entstanden neue Arbeiten aus Stein, Holz, Ton und Papier. Zwei alte Eichenbalken des Gutshauses verwandelten sich in „König und Königin“ und stehen seither an dem Weg zum Cafe.

Weitere Infos unter www.kunst–der-mitte.de.

Mechthild Breme

CAFE
Seit Sommer 2004 gibt es im ehemaligen Feuerwehrgerätehäuschen einen neuen Begegnungsort. Dort gibt es frische Milch von unseren Kühen, Medeweger Obstsäfte, Süßes und Herzhaftes aus der Medeweger Mühlenbäckerei, frisch gemahlene Espressospezialitäten – alles aus kontrolliert biologischem Anbau. Man kann sich auch gerne über die verschiedenen Bereiche und Initiativen, die die Medeweger Vielfalt ausmachen, informieren. Mal kommt ein begnadeter Akkordeonspieler um zu üben- ein Konzert! Mal trifft sich eine Schweriner Volkstanz und Musikgruppe, im Sommer sitzen abends viele Helfer vom Internationalen Bauorden ums Feuer und nutzen den Raum auch als Aufenthaltsort.
Letztes Jahr fing es probeweise mit dem Sonnabend an, ab April diesen Jahres waren es dann schon vier Nachmittage ( Do-So, 14-18 h). An manchen Tagen gab es köstliche österreichische Spezialitäten von einer echten Wienerin, Eva Debus. Detlef Sch... übernahm dankenswerterweise den „Sonntagsdienst“. Nach einer Winterpause zwischen Weinachten und März, in der dann auch das Dach gedämmt wird, geht es dann mit neuer Kraft im April in die nächste Saison.

FERIENHAUS
Auf unserem Hofgelände befindet sich in ruhiger Lage ein gemütliches Holzhaus mit eigenem Garten. Im Erdgeschoss (36 qm) befinden sich Badezimmer und Wohnküche mit 1-2 Schlafgelegenheiten. Von dort aus geht es in die obere Etage (Balkon), mit vier Betten.
Geheizt wird mit einem schönen Lehmofen, wenn nötig ist auch Gasofen und E-Öfchen vorhanden.
Einige Gäste, Verwandte und Bekannte haben schon darin Urlaub gemacht. Gerne dürfen es im nächsten Jahr noch mehr werden!
 
HOFKÜCHE
Wir platzen aus allen Nähten- räumlich und personell sind Grenzen erreicht. Ideen für ein Ferien-Seminar-Projekt im alten Pferdestall reifen heran und wollen im nächsten Jahr aufs Papier und dann auch in die Tat umgesetzt werden. Dort könnte auch die Hofküche eine neue Heimat finden.

Esther Jahn


Der Kulturverein Medewege, von vielen noch gar nicht richtig wahrgenommen, hat in diesem Jahr  um seinem Anliegen nachzukommen monatlich getagt, um folgende Aktivitäten vor und nachzubereiten:
Wir beteiligten uns am Frühjahrsputz auf dem Gelände .
* Eine Heupferdchengruppe wurde ins Leben gerufen. Diese trifft sich inzwischen regelmäßig.
* Für mehrere auswärtige Kinder wurden auf dem Hof  Geburtstage gestaltet.
* Hofführungen für Schulklassen, Touristen u.a. Gruppen wurden durchgeführt.
* Schülern aus dem nahen Umland konnten Anregungen zu ihrer Berufsorientierung gegeben werden.
* Bei den Hoffesten war der Kuturverein anwesend mit Fotowand , Basteleien, Spendendose und Infos.
* Bei 2 Gruppen des internationalen Bauordens haben wir im Kulturrahmenprogramm mitgewirkt  und bei Pflasterarbeiten zum Cafe geholfen.
* Überlegungen, die große Scheune im Rahmen der Buga zu nutzen od. sie abreißen zu lassen zugunsten eines Schau u. Erlebnisgartens haben wir angesichts unserer knappen Ressourcen nicht weiter verfolgt.
Wer sich mit Ideen, Arbeit und Geld im Kulturverein einbringen möchte, sei herzlich zur kommenden Vereinssitzung am 17.1.06 um 16 Uhr auf dem Hof eingeladen.

Hilke Leinweber, Liane Hildebrandt
Das schrieben wir, 2004...

Liebe Freunde vom Hof Medewege!
Vor genau einem Jahr, zwei Tage vor Weihnachten konnten wir  Medeweger endlich den entscheidenden Vertrag mit der Stadt Schwerin unterzeichnen. An diesem Tag sind wir Eigentümer bzw. langfristige Pächter unseres Gutsgeländes geworden.
Bekannt ist ja, wie lange es gedauert hatte bis dieser für uns so wichtige Schritt möglich wurde.
In diesem Weihnachtsrundbrief möchten wir Euch einen Eindruck davon geben, was sich in den vielen verschiedenen Bereichen übers Jahr hin getan hat:
- Die Sanierung des Gutshauses wurde begonnen.
- Der Kuhstall wurde ausgebaut.
- Fünf (!) neue selbständige Unternehmen  wurden gegründet.
- Die  Gärtnerei hat eine Beregnungsanlage und ein Arbeits(folien)haus bekommen.
- Die Finanz- und Bauplanung für das Gesamtprojekt steht im Wesentlichen.
- Ein kleines Cafe wurde eröffnet
- Ein Kulturverein wurde gegründet
Mit Hoffesten, Kunst offen und vielen Führungen und kleineren Veranstaltungen haben wir uns und unsere Arbeit, unsere Erzeugnisse und kulturellen Angebote vielen Menschen zugänglih gemacht.
Wir hoffen, daß in den folgenden Beiträgen etwas von unseren Bestrebungen rüberkommt, naturgemäße, soziale, zukunftsweisende und heilsame Lebensentwürfe gemeinsam mit den vielen Menschen unseres Umkreises  in die Tat umzusetzen.
Damit dies künftig noch weitere Kreise ziehen kann, möchten wir Euch besonders dazu einladen sich an unserem Finanzierungs- und Solidarfond  zu beteiligen. Die Möglichkeiten dazu sind interessant und vielfältig.  Bitte lest dazu das gesonderte Beiblatt!
Wir wünschen Euch schöne Weihnachten und freuen uns auf ein Wiedersehn im neuen Jahr!

Stein auf Stein...
Seitdem die ersten Menschen der jetzigen „Gemeinschaft Hof Medewege“ auf diesem Gut siedelten, wurde gebaut. Verlassenheit und vorher fehlende Mittel hatten den Gebäuden das Gesicht geprägt.
So wurde zehn Jahre in fremdes Eigentum investiert, um wohnen und arbeiten zu können. Zitat: “Leben sie schon oder wohnen sie noch?“
Das Jahr 2004 ist nun eine erste Etappe unter geklärten Eigentumsverhältnissen zu wirken. Nur als Eigentümer sind Baugenehmigungen oder Kredite möglich.
Am Anfang des Jahres wurden die Arbeiten an unserem Hofcafe beendet, wo seit Pfingsten die Türen für Wochenendbesucher offen stehen und damit der Weg zu Kuchen, Kaffee und Gemütlichkeit freigegeben ist. Schon im Jahr 2003 begonnen, war dieses Projekt hauptsächlich durch Spenden und freundliche Hilfe möglich.
Als sehr schön empfinde ich die vielen kleinen Veränderungen, die es immer hier gibt. Da entsteht eine Filzwerkstatt, Tore werden erneuert und ein Labyrinth gelegt. Sehr auffällig ist der Beginn mit Sanierungsarbeiten am Gutshaus, sehr wichtig war, das Pferdestalldach zu sichern, um noch ein historisches Stallgebäude zu retten.
Die Arbeiten wurden unter Mithilfe junger Menschen aus verschiedenen Ländern vollbracht. Möglich werden solche Einsätze durch den Internationalen Bauorden, mit dem wir jetzt zum fünften Mal zusammenarbeiten. Die Hofgemeinschaft stellt dabei Verpflegung und Unterkunft, Material und Werkzeug sowie Arbeitsbegleiter zur Verfügung. Die Arbeit der Jugendlichen ist freiwillige Hilfe und unentgeltlich. Diese Unterstützung ist in finanzieller Hinsicht wertvoll und in sozialer interessant und angenehm.
Die Finanzierung der noch entstehenden Bau- und Erschließungsmaßnahmen scheint die Gemeinschaft noch fortwährend auf die Probe zu stellen. Große Hilfen sind Beratungen und Hinweise von außen sowie zinslose Privatkredite. Wenn wir darauf weiter hoffen können, dann geht es auch voran!!
Frank Schneeberg

Ackerbau
2004 war unter dem Strich ein gutes Jahr. Es hatte einen guten Start, d. h. das Frühjahr war nicht zu nass, so dass die Frühjahrsaussaaten bei guten Bedingungen rechtzeitig ausgeführt werden konnten.
Die hier eigentlich typische Frühsommertrockenheit blieb aus und der Bauernspruch „Mai kühl und nass, füllt dem Bauern Scheuer und Fass“ bewahrheitete sich wieder.
Es wurde eine gute Ernte sowohl mengenmäßig als auch die Qualität betreffend. Die Erntebedingungen wurden allerdings schwierig, da es zu dieser Zeit häufig regnete und das Getreide oft nachgetrocknet werden musste.
Dann verabschiedete sich (leider, endlich?) im letzten Drittel der Ernte der gute alte Mähdrescher (er wurde dieses Jahr 32) und wir haben die Ernte mit einer Leihmaschine beendet.
Jetzt im Dezember richtet sich der Blick nach vorne um den nächsten Anbau sowie ein größeres Getreidelager und vielleicht den Kauf eines neuen, gebrauchten Mähdreschers zu planen.
Stefan Weiß

Das liebe Vieh
Die meiste Arbeit auf unserem Hof macht das liebe Vieh. Wir betreuen ca. 100 Rindviecher, von denen ungefähr 40 Milchkühe sind. Diese haben nach dem Kalben ihre Kälber 2 Wochen lang bei sich, bis diese dann in eine kleine Gruppenbox kommen, wo sie das Saufen aus dem Eimer lernen. Den Kühen muss in dieser Hochleistungsphase (in der sie ca. 30 l Milch/Tag geben) ausreichend vielfältiges Futter bester Qualität zur Verfügung stehen. Sie dürfen nicht in ernstere Rangkämpfe verwickelt werden und in jeder Hinsicht ist Verletzungsgefahr vorzubeugen (Ausrutschen, Klauenschäden etc.). Für das Melken sorgt Katrin Meyer, die zum Jahresende schwer erkrankt ist.
Wir haben den Stall im Jungviehbereich vergrößert, so dass den Tieren jetzt mehr Platz zur Verfügung steht. Dank einer reichlich ausgefallenen Möhrenernte mit allerdings sehr vielen „Abfallmöhren“ haben auch die Tiere eine gute Futterversorgung mit Vitaminen.
Übers Jahr gesehen mästen wir ca. 50 Schweine und 85 Enten. Im Durchschnitt legen 400 Hühner ihre Eier meistens in die dafür vorgesehenen Legenester. Hühner und Enten werden von Familie Detjen versorgt.
Neben der Futter- und Strohbergung bauen wir zwischen den Getreidefeldern auch noch Kartoffeln,  Möhren und Zwiebeln an. Eine sichere Stütze für die ganze Arbeit sind unsere Lehrlinge Johannes und Thomas, sowie Daniela. Als Praktikantin des „Freiwilligen ökologischen Jahres“ hat Caroline im Herbst Dörte abgelöst und damit auch Verantwortung in der Milchverarbeitung übernommen. Im Sommerhalbjahr helfen noch eine Vielzahl von Schülerpraktikanten.
Georg-Wilhelm Jahn

Obstbau
Sooo viele Äpfel warten auf ihre Käufer!
Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Menge an Tafeläpfeln fast verdoppelt, das heißt die jungen Bäume am Medeweger See legen langsam aber sicher zu!
Dabei begann dieses Jahr mit großen Schäden durch Mäusefraß, noch während der Ernte im Oktober waren Baumdiebe am Werk, und in der Plantage gab es auf 15 m Zaunlänge einen Autodurchbruch...
Vergessen ist die beängstigend kühle und nasse erste Jahreshälfte dank einer noch annehmbaren Tafelobstqualität.  Zur Hälfte lagern die Äpfel unter „kontrollierter Atmosphäre“, der andere Teil befindet sich im- jetzt gekühlten- Lager auf dem Moorhof.
Auch das Saftlager ist gut gefüllt. Das beste zum Abschluss einer anstrengenden Ernteperiode war eine 2- tägige Mostapfel- Sammelaktion in der Medeweger Altplantage mit vielen Helfern. Ein großer Teil unserer Hofgemeinschaft und eine Klasse der Albert- Schweitzer- Schule waren dabei. Gefüllt wurden ein schrecklich voluminöser Anhänger und ein kleiner dazu. Deren Inhalt von insgesamt 12500 kg „türmen“ sich jetzt in 12000 Saftflaschen.
In diesem Sinne: Trinkt mehr Obst!
Wolf- Dietrich Kloth

Gärtnerei
Auch dieses Jahr ist ein ereignisreiches Jahr für die Gärtnerei geworden. Eigentlich könnte ich auch sagen, es waren zwei sehr unterschiedliche Halbjahre: die erste Jahreshälfte bis zum Sommer war noch sehr stark von meiner Tätigkeit im Lieferservice geprägt.
Den Betrieb des Naturkostlieferservice hatte ich im Herbst des letzen Jahres von Katrin Klein übernommen, da sie aus persönlichen Gründen einen Nachfolger suchte. Bis zum Sommer habe ich nun diesem Betrieb den Fortbestand ermöglicht. (Seitdem wird er von Dagmar Kürten, die bereits als engagierte Mitarbeiterin dabei war, als Hofkiste weitergeführt.)
So konnte Vieles, was auch noch in der Gärtnerei im Aufbau ist, nur mit Verzögerung angepackt werden.
Das Frühjahr war kalt und trocken, der Arbeitsstress erheblich, da gleichzeitig eine Beregnungsanlage und ein einfaches Betriebsgebäude als Grundpfeiler meiner Arbeit im Entstehen begriffen waren. Mein Kollege Dirk von der Ehe, der sich im vergangenen Jahr als potentieller Mitgestalter der Gärtnerei tatkräftig eingebracht hatte, war seit Jahresbeginn den Weg in die Selbständigkeit gegangen, so dass ich die eigentliche Gärtnerei im Wesentlichen allein und mit dem Lehrling Felix Grafe zu bewältigen hatte, Klingt das nicht schon beim Lesen stressig?
Dann der Umschwung im Sommer: das Folienhaus steht, die Beregnung läuft und es beginnt zu regnen, das Gemüse fängt endlich ordentlich an zu wachsen, der Lieferservice ist in Dagmars Hände übergeben und nun kann es auch schon mit der Ernte losgehn. Und so ist es den Rest des Sommers über weitergegangen: viel viel Regen, sehr viel Arbeit und eine im Großen und Ganzen sehr erfreuliche Ernte. Dank unermüdlicher Mitarbeiter und Helfer für wenige Stunden bis über die ganze Saison hinweg konnte alles ohne größere Pannen geschafft werden. So habe ich jetzt gegen das Jahresende hin doch das Gefühl, dass es ein recht erfolgreiches Jahr für die Gärtnerei geworden ist. Eine wichtige Grundlage für die nächsten Jahre, nämlich ein Platz zum Arbeiten ,Lagern, Abstellen und eine sichere Wasserversorgung für das Gemüse ist endlich geschaffen!
Deshalb an dieser Stelle mein Dank an alle, die dazu beigetragen haben: Kunden, Besucher, Unkräuter, Mitarbeiter von wo auch immer, gute Geister, Genießer, Regenwürmer, Wettergötter, Praktikanten, Marienkäfer, Freunde, Sonnenstrahlen und und und...
Rainer Holst

Feldgarten
Der Garten entfaltet sich immer mehr zu dem, was vor zwei Jahren als Idee da war: Kräuter und Blumen, alte Rosenarten, eine Weidenhecke um die Sitzecke, Feuerplatz, Sandkiste und viele Menschen, die ihn nutzen, vor allem die Kinder aus dem Waldorfkindergarten, die jeden Freitag zum Helfen kommen.
Im kommenden Jahr möchte ich in dem Garten ein Projekt anbieten: Umgestaltung oder Weiterentwicklung des Gartens zu einem Gartender vier Elemente: Feuer, Wasser Erde, Luft. Mitgestalter können sich gerne bei mir melden.
Claudia Holst

Die Kunst wächst...
Nachdem letztes Jahr das Gebäude der alten Kunstschmiede durch ein neues Dach gerettet wurde( mit Hilfe von IBO`s), konnte sich dort ein neuer Ort für Kunst und Handwerk bilden (jetzt Kunstschmiede genannt). Es gibt ein Atelier für Bildhauerei, eine Filzwerkstatt, eine Hof-Holzwerkstatt und bald auch einen Raum für die Korbflechterei. Das Gebäude bietet Platz für weitere Initiativen.
Ein besonderes Ereignis zu Pfingsten war die Teilnahme an „Kunst offen“. Viele Besucher kamen mit viel Interesse an Skulpturen, Rauchbrand-Keramik, Schönem aus Filz und dem Kräuter-Rosengarten. Gemeinsam mit den Gästen haben wir  aus Steinen den Weg des kretischen Labyrinthes auf das Rondell vor dem Gutshaus gelegt- seitdem sind viele Kleine und Große diesen „Weg zur eigenen Mitte“ gegangen.
Im Sommer fand mein erster Kurs „Steinhauen für jederman/frau“ auf der Wiese neben der Kunstscheune statt, der dem Ort eine besondere Atmosphäre gab. Es entstanden verschiedenste schöne Skulpturen aus Sandstein. Auf großen Wunsch der Teilnehmer gab es eine Fortsetzung im Herbst- auch im nächsten Jahr wird´s weitergehen.
Mechthild Breme

Filzatelier
Seit Pfingsten 2004 hat das Filzatelier seinen neuen Platz in der Kunstscheune gefunden. Regelmäßig finden donnerstags offene Filznachmittage statt, die Gelegenheit geben zum Entdecken der eigenen Kreativität, zum Ausprobieren wie auch zum Umsetzen ganz eigener Filzideen... Ein Besuch im Filzatelier ist auch im Rahmen einer Hofführung für Schulklassen und andere Gruppen möglich.
Martina Zinkowski

Die Weidenflechterei
Seit Mai 2004 wohne ich im Gutshaus. Mit der „Weidenflechterei“ bereise ich mittelalterliche Märkte in ganz Deutschland. Eine Korbflechterwerkstatt innerhalb der Kunstscheune ist in Planung, der Raum ist schon vorhanden, nur die Wände existieren noch nicht. Im Sommer 2005 möchte ich mindestens ein Flechtwochenende anbieten.
Danielle Schmidt

Massage und Beratung
Jeden Montag um 20.15 Uhr wird gemeinsam geübt: Strömungsmassage (Pressel), ganzheitliche energetische Massage (Bremen) und rhythmische Einreibungen. Wer Lust hat sich auszutauschen darf gerne dazukommen.
Mit der Massagearbeit und meinem „alten“ Beruf (Diplom-Psychologin) gibt es ab Dezember noch eine weitere „Ich-AG“ in Medewege; ich freue mich darauf und über viel Unterstützung dabei.
Claudia Holst

Kunsttherapie:
Um die hiesige Arztpraxis Frau D. Oertel und die freie Waldorfschule hat sich hier in Schwerin ein Therapeutikum auf anthroposophischer Grundlage gegründet. Darin arbeiten u.a. zwei Menschen aus Medewege ( Claudia Holst: Strömungsmassage, und ich: Plastisch-therapeutisches Gestalten) teils in der Waldorfschule, teils hier auf dem Hof in einem kleinen Therapie-Raum. In Zukunft ist eine Erweiterung der Räumlichkeiten geplant (im Gutshaus), um dem Bedarf und dem Wachstum dieses Projektes gerecht zu werden.
Biografie-Arbeit:
Die Frage nach dem Sinn des eigenen Lebenslaufes, oft erweckt durch Krankheiten, Konflikte, innere Krisen lässt Menschen neue Wege suchen. Diesem Anliegen möchte die biografische Beratung einen Raum geben. Nach Abschluss meiner Weiterbildung „Vom Ratgeber zum Entwicklungsbegleiter“ am Bernard Lievegoed-Institut in Hamburg will ich jetzt diese neue Initiative hier wachsen lassen.
Mechthild Breme

Blumen und Märkte
Im Februar 2004 neu gegründet ist der Betrieb dem biologischen Blumenanbau und der Vermarktung des Obst und Gemüses vom Hof auf Schweriner Wochenmärkten gewidmet. Ausweiten wird sich die Tätigkeit auf Gewächshauskulturen, Topfkräuter, Blumen- und Pflanzenanzucht zur direkten Vermarktung.
Dirk von der Ehe

Zur Bettlerei
Weil´s aktuell noch ist, zunächst ein Auszug aus meinem „Bettelbrief“ vom Mai:
Es gibt sie noch, die Bettlerei. Auch wenn ich weniger in ihr tu, mich andres beschäftigt: Massage, Baumpflege, Gänse und Medewegesamt.
Ein schöner Kurs fand im Februar statt, endlich hat das Platanenholz einen guten Platz gefunden.
Und es gibt Neues, Internetseiten unter www.bettlerei.de und hiermit die Einladung, diese zu besuchen. Zweierlei Gründe gab es dafür. Zum einen ist es manchmal schwierig, Angebot und Bedarf an Wiegen und Betten zu vermitteln. Dafür gibt es jetzt die Objektbörse: zum selber suchen und finden.
Zum Zweiten wünsch ich mehr „Hochschulgespräch“ über Baukunst, Methoden, zu allen Gewerken. Darum gibt es das Mitkunstnetz im Netz jetzt. Als Versuch. Da bitte ich um Beteiligung!
Ja, all das gilt und mehr hab ich nicht zu erzählen.
Peter Zimmer

Hofkiste
Im Juli 2004 habe ich, Dagmar Kürten, den Naturkost-Lieferservice in Medewege übernommen. Nach fast einjähriger Mitarbeit habe ich die Gelegenheit für eine Existenzgründung genutzt und den Lieferservice zur Hofkiste umbenannt. Die wesentlichen Elemente haben Bestand, gepackt wird von Simone Gruel und ausgefahren wird weiterhin von Knopf. Nach wie vor ist jede neue Lieferwoche eine organisatorische Herausforderung. Ich freue mich aber immer wieder über die weit überwiegende positive Resonanz von vielen sehr netten Kunden und Kundinnen. Ich  sehe der zukünftigen Entwicklung der Hofkiste positiv und mit Spannung entgegen und hoffe auch im nächsten Jahr neue Ideen umsetzen zu können
Dagmar Kürten

Bauernküche & Hof-Cafe
Gekocht wird schon immer in der Bauernküche (wie sie so nett von den „Nicht-Bauern“ genannt wird) für die Landwirtsfamilien, Lehrlinge, Praktikanten und einige andere Mitarbeiter, die sich immer wieder um den geselligen großen Tisch zum Mittagessen einfinden. Im Sommer ist er oft viel zu klein, so dass dann bei gutem Wetter einige gerne in den Garten ausweichen. Oft ist es aber auch ein „Etappenessen“, die Letzten spät aus der Schule kommenden großen Kinder gucken oft erst nach 16.00 Uhr mehr oder weniger begeistert in die Töpfe.
Vor zwei Jahren fragte dann der benachbarte Waldorfkindergarten nach Mittagessenversorgung, da noch eine weitere Gruppe dazugekommen und damit die schon sehr beengte Küchensituation endgültig überfordert war. Im Frühjahr 2003 gings dann also los mit 30bis 40 Kinderportionen zusätzlich zu unseren bisherigen 20 bis 30 Hof-Leutchen. Carola Wenzel schlägt sich tapfer tagein tagaus in unserer nicht sehr komfortabel bestückten Küche. Während Urlaubs- oder Krankheitsvertretung erlebe ich dann, dass ich mich noch lange nicht in Geschwindigkeit und sinnvoll geordneten Arbeitsabläufen mit einer gelernten Köchin messen kann.
Anfang des Jahres brachte eine biografische Arbeit mit Mechthild Breme eine neue Idee in mir zum Keimen : ein Hof-Cafe. Ein neuer Begegnungsort, der noch mehr zum Verweilen einlädt. Ich wünsche mir viel Austausch, Anregungen, neue Impulse. Im kleinsten Rahmen hat es im Juli begonnen und soll nach einer kleinen Winterpause im März noch intensiver weitergehen.
Esther Jahn

Hofladen
Der Laden ist ja der Ort, wo alle Besucher und Suchenden erstmal einkehren um sich zu erkundigen, wo, wer und was hier ist. So freuen wir uns auf jeden, dem wir weiterhelfen  können. Schauen wir zurück, so können wir feststellen, daß wir, wie die Naturkostbranche insgesamt auch, unseren Warenumsatz steigern konnten. Dafür möchten wir uns an dieser Stelle bei allen Kunden, Freunden und Bekannten bedanken.
Zu der Stanmbesatzung, Esther Jahn unud Ralf Theege, gab es in diesem Jahr immer mal wieder einen Wechsel unserer Verkäuferinnen. Seit November arbeitet Silvana Stefan bei uns und wir wünschen uns eine lange Zusammenarbeit mit ihr. Zur Zeit befinden wir uns in der Planungsphase für einen neuen Ladenstandort auf dem Hofgelände. Zwischen Weihnachten und Neujahr bleibt der Laden geschlossen.
Ralf Theege

Kulturverein Hof Medewege
Schon viele Kulturen haben sich abgewechselt, nebeneinander bestanden und bestehen noch.
Seit 10 Jahren gibt es die „Hof Medewege-Kultur“. Nach meiner Definition ist entstehende Kultur, wenn Menschen mit ihren Erfahrungen, ihrem Können, ihren Ansichten Leben gestalten.
Da die Anforderungen an die Hofgemeinschaft zunehmend komplexer werden, bauliche Umgestaltungen und wirtschaftliche Fragen zunehmend Kraft, Aufmerksamkeit und Organisation neben der Erwerbsarbeit erfordern, übernimmt der im Mau 2004 gegründete Kulturverein die Aufgabe, die ideellen und soziale Wünsche zu hüten.
Kunst-Therapie, Offenheit Schönheit, Gemeinschaft, Kontakte, Geben und Nehmen im Umfeld, besonders in naturnahen Lebenszusammenhängen sind einigte unserer Maxime. Sie wollen gepflegt und entwickelt werden und uns schien es sinnvoll dies bewusst durch einen Verein mit vielen Mitgliedern zu tun, denen ein von außen Schauen möglich ist.
Menschen, die sich mit dem Hof verbinden wollen oder verbunden sind, können sich im Kulturverein gerne einbringen, mit Rat und Tat zur Seite stehen oder vielleicht einfach Mitglied sein oder uns auf dem Weg zur Finanzierung der Kulturarbeit (Gemeinschaftsräume für die Öffentlichkeitsarbeit, Projektarbeit, Hofführungen, Vorträge, Seminare...) unterstützen.
Kultur auf Hof Medewege sind zur Zeit Hofführungen, Kunstseminare, spontane öffentliche Veranstaltungen, Flohmärkte und immer wieder einmal Theateraufführungen.
„Wir sind immer alle am Anfang“, sagte einer, und so soll es weitergehen.
Ariane Neumann

Mühlenbäckerei
Dem Bäcker bleibt vor Weihnachten nicht die Zeit für lange Worte, so möchte ich nun in Kürze von einigen Erlebnissen berichten.
Im Überblick war 2004 ein sehr arbeitsreiches, spannendes und auch erfolgreiches Jahr. Dem steigenden Absatz zur Folge wurden weitere Mitarbeiter eingestellt, so dass wir mittlerweile 14 sind, die sich tagtäglich um das Medeweger Brot bemühen. Ein weiterer ist im Laufe des Jahres hinzugekommen, er heißt Hein und wiegt 11 Tonnen. Die Rede ist von unserem neuen Ringrohr-Backofen, der mit einem riesigen Autokran durch das Bäckereidach „hereingeflogen“ kam. Mit seinen 18 m  Backfläche(vorher waren es 8m ) wurde ein deutlicher Engpass beseitigt. Der gesamte Produktionsablauf wurde im gleichen Zuge auf den Kopf gestellt, was den Bäckern eine ordentliche Umgewöhnungsphase bescherte. Es bleibt dennoch eine Übergangslösung, deren Ende alle sehnsüchtig erwarten.
Wir wollen mit dem Hofladen zusammen von dem vorderen Teil des Gutsgeländes Flächen kaufen und die darauf befindliche Scheune umnutzen. Hier stecken wir in den Verhandlungen mit der Stadt als Eigentümerin und sind zuversichtlich ein positives Ergebnis zu erzielen. Abwanderungsgedanken um einen anderen Bäckereistandort wurden auf Eis gelegt.
Ein weiterer langandauernder Prozess konnte endlich zum Abschluss gebracht werden; die Entwicklung eines neuen Logos. Viele Abende wurden gebraucht, um ein Symbol für Gemeinsamkeit aber dennoch Eigenständigkeit zu finden. Das Ergebnes wurde prompt auf unsere weiße Flotte geklebt und ich hoffe , es gefällt auch Ihnen.
Weiterhin präsentieren wir uns nun auch im Internet. Es ist noch nicht fertig! Schauen Sie doch mal rein: www.biobrot-mv.de
Ich freue mich auch darüber, dass wir erneut vom Feinschmecker als eine der besten Bäckereien Deutschlands empfohlen werden.
Ich danke allen meinen Mitarbeitern/innen, die viel leisten, oftmals in der Nacht, wenn alle schlummern, allen, die auf dem Weg vom Korn zum Brot und im Verkauf mitwirken und auch denen, die es dann genussvoll verzehren.
Eine frohe Weihnachtszeit und viel Glück fürs kommende Jahr,
Christian Fries

Zur Weihnacht 2002

Liebe Freunde der Medeweger Initiativen!
Erstmals wollen wir hier nicht nur von der Landwirtschaft und ihren verschiedenen Bereichen sondern auch von den anderen Projekten auf unserem Gelände in einem gemeinsamen Rundbrief berichten. Ist doch die Vielfältigkeit der beteiligten Initiativen und der damit verbundenen Menschen - mal mehr im Großen, mal mehr im Stillen - ein ganz wesentliches Merkmal unserer Gemeinschaft.
Im vergangenen Jahr hat auf unserem Weg die Frage der Gemeinschaft eine wachsende Rolle gespielt. Das Wachstum und die Verselbständigung der einzelnen Unternehmungen einerseits, die Bemühungen um eine gemeinsame Übernahme des Gutsgeländes und die damit verbundenen Verbindlichkeiten andererseits haben uns immer wider ausgiebig beschäftigt. Und immer deutlicher wurde so die Frage nach dem Kern all unserer einsamen und gemeinsamen Aktivitäten, nach dem auch, was wirklich hier entstehen und wachsen kann in den nächsten Jahren und vielleicht auch anderen Menschen Hilfe und Anregungen auf der Suche nach neuen Lebensformen bieten kann. Viele Menschen haben uns in diesem Jahr besucht als Freunde, Besucher, Kunden, Helfer, Mitarbeiter und Interessenten und so an unserem Wachsen und Werden mitgewirkt. Ihnen allen sei herzlich gedankt. Eine frohe Weihnacht und ein gutes neues Jahr wünschen Euch allen die Medeweger:

Die Landwirtschaft
Die größte äußerliche Veränderung auf dem Hofgelände ist das Fehlen unseres großen Lindenbaumes. Er stürzte bei einer kurzen Gewitterbö einfach um. Knack: hat er noch gemacht. Dann lehnte er gegen den Pferdestall. der dadurch noch nicht einmal richtig Schaden nahm. Er war alt und seit Jahren wussten wir von seiner Gebrechlichkeit und wir waren schon berührt angesichts der vielen schönen Erlebnisse und Begegnungen unter ihm/ihr. Die Linde war immer Mittelpunkt der Hoffeste und nun das plötzliche Ende am Vorabend unseres Hoffestes! Doch schnell stellte sich heraus: Der alte Baum hat Platz gemacht für etwas Neues. Jetzt ist die Möglichkeit da zum Gestalten. Wir können es als einen Wendepunkt im Umgang mit unserem Gutsgelände sehen: Wir wollen nicht mehr nur das Alte bewahren, sondern die meisten alten Scheunen abreißen und Neubauten für unsere Bedürfnisse zum Wirtschaften und miteinander Leben errichten. Wir hoffen im kommenden Jahr zur Übernahme des Geländes zu kommen: die Stadt hat ein konkretes Entgegenkommen signalisiert.
Zum leben auf dem Hof  ist zu sagen, dass sich unsere Kinder alle prächtig entwickeln und unserer kleinen Welt hier zu jeder Tages- und Jahreszeit ihren Stempel aufdrücken. Diese bunte quirlige Truppe hat eine Dynamik, die ebenso angenehm wie anstrengend sein kann, uns dennoch genug Zeit lässt für die anstehenden Aufgaben.
Im Folgenden möchten wir kurze Berichte der einzelnen Verantwortungsbereiche geben:
Im Gemüsebau hat sieh die Veränderung ergeben, dass Rainer Holst sich selbständig gemacht hat. Er baut nach wie vor hier Gemüse an, steht aber als Unternehmer in eigener Verantwortung. Der
Landwirtschaftsbetrieb baut im Feldbau Möhren und Kartoffeln an. Hierfür zeichnet sich Malte Bauer verantwortlich. Auf dem Moorhof konnte unsere bislang beste Möhren- und Kartoffelernte eingefahren werden. Leider muss er ohne gediegene Lagermöglichkeiten auskommen. Malte ist auch Schweinechef!
Der Verantwortungsbereich von Claudia Weiß ist in erster Linie der Gemüsebau in den Folientunneln, nachdem ihre langjährige Mitarbeiterin Joana Lange jetzt Gartenbaulehrerin an der Waldorfschule ist. Nach einem heftigen Frühjahrsturm, der einen Grossteil der Folien zerfetzte, mussten die Tunnel umgebaut und teilweise neu bespannt werden. Über Sommer gab es eine gute Ernte von Gurken, Tomaten und Paprika, die komplett verkauft werden konnte. Ende September wurden neue gebrauchte und größere Folientunnel an Stelle der Alten aufgebaut. In diesen wächst jetzt schon der neue Feldsalat heran.
Zwischen Schweinen und Gemüse laufen auch die Hühner unter der gestrengen Obhut von Herrn Detjen. Wir haben die Herde etwas verkleinert und dafür 60 Flugenten aufgestallt. Im nächsten Jahr wollen wir uns an die Junghennenaufzucht heranwagen.
Hinter diesen Bereichen verläuft der Triebweg der Kühe, den wir mit großem Aufwand neu erstellt haben. Die alte Lösung war bei Nässe nicht mehr tragbar und hat auch zu sehr vielen Klauenverletzungen geführt. Jetzt haben die Tiere einen wassergebundenen Weg mit Rindenmulchbelag. Auch haben wir hunderte Meter Wasserleitung neu verlegt um Brunnenwasser zu den Folientunneln und der Weidetränke zu pumpen.
Die Milchviehherde hat sich vergrößert. Wir haben 15 Demeter-Kühe der alten Schwarzbunten
Zuchtrichtung gekauft. Die Tiere haben sich ohne Probleme in die Herde integriert und wir erhoffen uns von diesen Tieren, das sie unserer Wirtschaftsweise langfristig gerecht werden. Wir haben jetzt etwas über 40 Milchkühe je zur Hälfte rot- und schwarzbunte. Und wir haben von beiden Rassen jeweils ein paar Tiere der "modernen" Hochleistungstiere, so dass bei uns sehr anschaulich der Unterschied zu sehen ist zwischen den verschiedenen Zuchtrichtungen und deren Gedeihen in unserem Hoforganismus. Mit dem Kauf der Kühe haben wir auch eine neue Melkanlage im Kuhstall. Nach einem Einbruch der Widerstandskraft der Kühe in der Sommernässe hatten wir massive Eutergesundheitsprobleme. Der Bestand musste mit einem aufwendigen und kostspieligen Sanierungsprogramm wieder gesund gepflegt werden. Jetzt ist wieder Ruhe eingekehrt und die Kühe machen einen gesunden Eindruck. Diesen Winter haben wir Dank des feuchten Jahres eine gute Futtersituation im Stall. Ab dem 1. April liefern wir an eine andere Meierei, die uns auch einen kleinen Bio-Zuschlag zahlt für unsere Milch. Für den Rindviehbereich ist Georg-Wilhelm Jahn verantwortlich, seine rechte Hand im Stall ist die Melkerin Katrin Meyer; in die Milchverarbeitung hat sich die ABO-Mitarbeiterin Marina Hornig eingearbeitet.
Für den ackerbaulichen Bereich ist das vergangene Jahr ein sehr ungewöhnliches gewesen: Die erste Jahreshälfte feucht und kühl - und ab der Getreideernte nur noch trocken.
Praktisch bedeutete dies geringe Erträge beim Sommergetreide und relativ gute Erträge beim Wintergetreide bei allerdings nur mäßigen Backqualitäten. Zu Beginn der Ernte haben wir uns mit dem Mähdrescher im aufgeweichten Boden noch festgefahren um dann später bei Stoppelbearbeitung und Vorbereitung der nächsten Einsaat in das andere Extrem zu kommen: ausgetrockneter, harter Boden der fast nicht mehr zu bearbeiten ist. Teilweise ist die Bodenfeuchtigkeit erst im November wieder auf normales Niveau angestiegen und hat letzte Aussaaten zugelassen. Aber mittlerweile liefert das werdende Wintergetreide ein ansprechendes Bild und lässt Stefan Weiß. verantwortlich im Ackerbau, erwartungsvoll und mit Freude in das nächste Jahr blicken.
Für Wolf-Dietrich Kloth, der als selbständiger Obstbauer auf dem Hof wirtschaftet hingen die „Trauben“ hoch in diesem Jahr, das heißt die Apfel- und Birnen- Ernte fiel bescheiden aus. Nässe und Kälte während der Blütezeit ließen wenige Früchte ansetzen, Tafelobst wurde kaum geerntet. Zum Glück lassen uns aber die zwei Streuobstwiesen an verschiedenen Standorten - Medewege und Alt Meteln - nie ganz im Stich. Im Gegensatz zu einer intensiv bewirtschafteten Plantage (wenig Sorten, niedrige Wuchsform) profitiert eine Streuobstwiese auch bei extremen Witterungsbedingungen von der Artenvielfalt und ihrer geschützten Lage an sich. Dank der Äpfel und Birnen von dort und vom Demeter- Obsthof Facklam in Stralendorf ist das Saftlager gut gefüllt: 4 verschiedene Apfelsäfte, Birnensaft sowie Mischsäfte aus Äpfeln und Erdbeeren bzw. Quitten haben eine sehr gute Qualität. Äpfel und Birnen erhielten durch den warmen und sonnigen Spätsommer mehr Fruchtzucker als gewöhnlich. Unterschiedliche Fortschritte machten die Neuanpflanzungen der vergangenen Jahre: Auf dem Moorhof konnte man den Bäumen beim Wachsen zuschauen, am Medeweger See dagegen tun sich die Apfelbäume noch schwer.
Wichtiger Vermarktungspunkt ist u.a. unser Hofladen, der hauptsächlich die selbstangebauten/-erzeugten Produkte unseres Hofes verkauft, und der dadurch doch sehr nah mit dem abwechslungsreichen „Hofleben“verbunden ist. Sei es durch erfreuliche und ereignisreiche Höhepunkte wie z.B. unsere zweimal im Jahr stattfindenden Hoffeste oder durch weniger erfreuliche wie ein Verkaufsverbot für unsere Milch im vergangenen September als unsere Kühe behandelt wurden. Aufrüttelnde Skandale wie BSE und Nitrofen machten sich bemerkbar durch viele Fragen und interessierte neue Kunden. Natürlich gibt es auch ohne dramatische Ereignisse immer wieder schöne Gespräche mit vielen, die sich den holperigen Weg zu uns hinaus wagen. Allen Unermüdlichen sei hier ganz herzlich gedankt!
Seit Novernber 2001 bringt sich Ralf Theege tatkräftig mit ein. Ab September dieses Jahres übernimmt er auch rechtlich mit Verantwortung als GbR-Teilhaber. Endlich also einer der sich mit ganzer Kraft für diesen Bereich einsetzt besonders auch für die Planung der Hofladenräumlichkeiten im zukünftigen Verarbeitungszentrum mit Bäckerei, Getreide- und Gemüselager.
Im November hat Esther Jahn Ihre zweijährige Fortbildung zum Handelsfachwirt erfolgreich abgeschlossen, welche sie mit viel Zeit und Kraft sowie mit Unterstützung der gesamten Gemeinschaft gemeistert hat.
Wie sicher vielen aufgefallen ist, hat Christina Hensel ihre Mitarbeit auf einmal in der Woche reduziert um sich intensiver auf die anstehende Heilpraktiker-Prüfung vorzubereiten. Unsere langjährigste Mitarbeiterin Carola Wenzel hat ihre Arbeitsschwerpunkte in der Bauernküche und der Fleischvermarktung, Grit Glöckner arbeitet regelmäßig vormittags im Laden, und ihre Mutter Jutta Birkholz ist jederzeit eine zuverlässige und flexible Aushilfskraft.
Zum Herbst verließen den Hof unser Olli um seine Lehre auf einem anderem Betrieb fortzusetzen, und unser „freiwilliges ökologisches Jahr"-Absolvent Jens begann eine landwirtschaftliche Ausbildung ebenfalls auf einem anderem Betrieb. Als neue Auszubildende begann Anna Houfek im Oktober ihr zweites Lehrjahr bei uns. Die gute Seele rund um den Hof und auf dem Gelände Herr Detlef Mahnke sorgt für Ordnung und ein angenehmeres Erscheinungsbild des Ensembles.

Die Gärtnerei
Ein ereignisreiches Jahr habe ich mit dem Aufbau der Gärtnerei auf Hof Medewege erlebt. War der
Freilandgemüsebau bisher als Teilbereich im landwirtschaftlichen Betrieb integriert und von mir vor zwei Jahren übernommen worden, so habe ich im Frühjahr den Schritt in die Selbständigkeit getan. Gemeinsam mit den anderen Bereichen des Hofes, aber in unternehmerischer Eigenverantwortung möchte ich die Gärtnerei zu einem schönen Arbeitsbereich in Medewege weiterentwickeln und gestalten.
Im Frühjahr haben wir auf dem Gemüseland eine artenreiche Hecke gepflanzt und einen Garten angelegt - gewissermaßen als Urbild der gärtnerischen Kultur und mit Kräutern, Blumen und Rosen - einen Ort der Handarbeit, der kleinen Entdeckungen zum Verweilen und Experimentieren.
Nach einem ziemlich nassen und kalten Frühling kam die Vegetation dann erst spät so richtig in Gang. Ich hatte eine recht große Gemüsefläche in Arbeit genommen und als dann im Frühsommer mein Lehrling - die Iris (bei mir im zweiten Jahr Ihrer Ausbildung) für Monate krank wurde und dann auch noch die extremen Regenfalle einsetzten, war deutlich, dass die Ernte doch dieses Jahr wesentlich geringer ausfallen würde als geplant. Nun, der herrliche Spätsommer brachte viele, viele wunderschöne Blumensträuße und eine sehr stattliche Kürbisernte ein. Ich habe wieder eine Menge Erfahrungen gesammelt und Dank sehr vieler Helfer konnten im Laufe der Saison viele Arbeitsspitzen doch bewältigt werden. Darüber habe ich mich besonders gefreut, denn für mich ist die Beteiligung von Menschen - ob mitarbeitend, wahrnehmend oder genießend ein wesentliches Element einer Gärtnerei.
Für das nächste Jahr habe ich auch schon Pläne: Endlich soll ein eigenes Gärtnereigebäude für die
Gemüselagerung und -aufbereitung etc. entstehen. Und ich möchte einen Kompostplatz anlegen, die Beregnungsanlage erneuern, den einzelnen Gemüsen noch mehr Pflege angedeihen lassen, die Hecken erweitern.
Rainer Holst

Die Färbejurte
Unsere fünf Kinder werden größer - die Färbejurte wächst allmählich auch und will sich in den nächsten Jahren auf "wirtschaftliche Füße" stellen. Seit diesem Frühjahr ist Pflanzengefärbtes und Gefilztes im Medeweger Hofladen zu finden - ein kleiner Anfang auf kleinem Raum. Im vergangenen Jahr war die Filzerei sehr deutlich mein Arbeitsschwerpunkt und ich bin nach wie vor begeistert mit dem Ausloten der schier unbegrenzten Möglichkeiten des Materials Wolle beschäftigt und liebe das Experimentieren. Es gab eine Vielzahl verschiedener Angebote für interessierte Menschen, die aber noch sehr unterschiedlich genutzt wurden: Das Pflanzenfärben und Filzen bei unseren Hoffesten. Projekttage in Schulen und mit Schulklassen auch direkt auf unserem Gelände, die offenen Filznachmittage rund um den Sommer bei denen mir noch gerne mehr Interessierte willkommen gewesen wären - sei es zum Zuschauen oder auch zum Mittun und Entdecken des eigenen schöpferischen Potentials. Daneben lief und läuft ein regelmäßiger Filzkurs bei einer Schweriner Kunst- und Musikschule und ein integratives Filzprojekt. Die letzte große gemeinschaftliche Aktion war das Filzen eines großen Rundteppichs (3m 0) mit Eltern und Kindern für die neue Kindergartengruppe, die seit Sommer ihren Platz im neugebauten Haus bekam.
Martina Zinkowski

Der Kindergartenneubau
Die große Anzahl der Bewerbungen um einen Platz im Waldortkindergarten machte einen Neubau für eine dritte Kindergruppe notwendig. Aus Kostengründen sollte dieser Bau hauptsächlich durch Elterninitiative entstehen. Die Bauzeit fiel günstigerweise in die Ferienmonate Juli und August, so dass auch die Hilfe durch den internationalen Bauorden (IBO) genutzt werden konnte. Der IBO hatte schon in den zwei vorigen Sommern Jugendliche aus verschiedenen Ländern nach Medewege geschickt. Wir führten mit ihnen Ausbesserungsarbeiten an den alten Scheunen und Ställen aus. Nun diesmal ein Neubau. Unter der Anleitung von Architekt Uwe Kurzbein und den Bauerfahrenen Peter Zimmer und Zimmermann Frank Schneeberg (der die gesamte Bauzeit von morgens bis abends auf dem Bau zu sehen war, d. Red.) wurden nach dem Erstellen der Fundamente und der untersten Balkenlage Elemente aus Holzfaserplatten angefertigt. Diese Elemente wurden dann auf dem Bauplatz Stück für Stück zu Wänden zusammengefügt. Der größte Teil der IBO - Leute aus Österreich, Holland und Deutschland war gut motiviert und nach dem ersten dreiwöchigen Einsatz stand der Rohbau samt der Dachkonstruktion.
Die zweite Gruppe aus 15 Leuten war sehr lebhaft. Junge Männer und Frauen aus den Niederlanden, Italien und Deutschland beendeten munter, fröhlich und immer laut spaßend und singend die Dacharbeiten, den Fußboden und den größten Teil der Innenwände. Als die zweite IBO Gruppe sich Mitte August verabschiedete, waren die meisten guten Mutes. Nun waren die Eltern stärker gefragt und mit ein bisschen Druck am Ende konnte der Bau gerade noch rechtzeitig abgenommen werden. Was nun noch an Innenarbeiten und an der Außenverkleidung zu tun war, wurde an den folgenden Wochenenden unter fleißiger Mithilfe von Eltern erledigt, so dass wir in Medewege jetzt einen schönen Neubau und eine frohe neue Kindergartengruppe haben.
Frank Schneeberg

Massage
Es gibt noch ein neues "Kind" in der Medeweger Gemeinschaft - Die Massagepflege-. Durch die
Ausbildung von mir, Claudia Holst (in Pressel-Massage bei Dorothea Friernel, Berlin) und Peter
Zimmer (ebenfalls Pressel- sowie ganzheitlich energetische Massage an der nordd. Massageschule Bremen) entwickelte sich ein reges Massageleben im Üben Freitags Vormittag und im Behandeln von Vielen aus der Medeweger Runde und von anderswo. Außerdem arbeite ich wie auch Mechthild Breme mit der Kunsttherapie im Therapeutenkreis mit der Ärztin Frau Oertel zusammen. Und seit einiger Zeit gibt es im „Bienenzimmer" unseres Hauses einen eigenen Raum für die Massage und die künstlerische Therapie: Jeder ist herzlich eingeladen, mehr über die Heilmassage nach Dr. Sirneon Pressel zu erfahren und sie zu erleben im offenen Üben am Freitag von 8 - 10 Uhr oder in Vereinbarung mit einem von uns.
Claudia Holst

Die Bettlerei
So, nun ist fast wieder ein Jahr vorüber und es wird Zeit, Bilanz zu ziehen. Zuerst bedanken wir uns bei all denen, die uns besuchten und Interesse zeigten. Anfang des Jahres baute Peter Zimmer eine Küche. Dabei bekam er Hilfe von zwei reisenden Handwerksgesellen. Zur gleichen Zeit ging Peter Barth nach Königswusterhausen um den theoretischen und praktischen Teil der Meisterprüfung zu absolvieren. Dazu gehört das Meisterstück, welches im Sommer hier gefertigt wurde und auch hier zu besichtigen ist. Im Frühsommer entstand in Berlin ein Hochbett in neuer Methode, brettfederig, mit Holzschrauben, -muttern und plastisch geknüpftem Netzwerk. Im Sommer half Peter Zimmer beim IBO - Einsatz. Seit November absolviert hier ein Umschüler sein dreimonatiges Betriebspraktikum in konventioneller Tischlerei. Nach einer anfänglichen Herbstflaute laufen nun die Bandschleifer und Hobel zugunsten der plastisch organischen Baukunst auf Hochtouren. Im kommenden Jahr ist eventuell ein Umzug der Werkstatt innerhalb des Geländes geplant.
Kurse, bzw. begleitetes Bauen für Jedermann/ -frau bieten wir natürlich auch wieder an. Bei Interesse bitte nachfragen. Weiterhin freuen wir uns am Mittwochmorgen immer auf die "Schulkinder"' aus dem Kindergarten, die hier fleißig Holz mit Raspel, Feile, Bohrer und Säge bearbeiten.Wir sind für alles offen und freuen uns über Interesse, Anregung und Aufträge.
Peter Barth
P.S. Die Leihwiegen sammeln sich hier! ... Wer weiß Wiegenkinder, wo?

Die Mühlenbäckerei
So wie für alle anderen geht auch für uns Bäckersleut das Jahr dem Ende zu. Ein Jahr, in dem wir unser großes Ziel, den Neubau der Backstube nicht erreicht haben, in dem jedoch große innere Entwicklungen möglich waren, die mich persönlich sehr optimistisch auf das Kommende blicken lassen. Zu Beginn des Jahres habe ich das Unternehmen in eine GmbH umgewandelt, um neben verschiedenen anderen Beweggründen dem der Gemeinschaftsbildung Raum zu geben. Äußerlich bin ich noch der Chef als alleiniger geschäftsführender Gesellschafter. Ist dies jedoch als Gesellschaft zu bezeichnen? Ich finde nicht, drum suche ich nach Menschen die sich vollverantwortlich zu mir gesellen wollen. Ebenfalls gleich zum Jahresbeginn haben wir zwei neue Mühlen in Betrieb genommen. So sind es jetzt insgesamt drei, auf denen wir die Getreide Roggen, Weizen und Dinkel getrennt vermahlen können. Im Frühling sind mit Peter Erdmann und Jörg Kröger gleich zwei fleißige Bäckergesellen zu uns gekommen, die sich sehr schnell in alle Zusammenhänge eingefuchst haben. Mit Dana Bülow verließ uns im Sommer unser dritter Lehrling seit Betriebsgründung 1997 mit erfolgreich bestandener Gesellenprüfung. Von einer weiteren Auszubildenden haben wir uns aus disziplinarischen Gründen getrennt. Ebenfalls hat uns Mohammed Rida Chabbi verlassen, der uns über ein Jahr heim Ausliefern und Saubermachen eine große Hilfe war. Ich möchte hier alle einmal namentlich nennen, die jetzt wo ich hier schreibe in der Backstube rumwuseln. Da sind als Bäckergesellen Jens Alex (unser Ofenspezialist), Sven Freitag (der mit den Blasen an den Händen vom vielen Croissant wickeln), Thomas Brusberg (unser Mädchen für alles), Kat ja Klabunde (hat die schwerste Rolle als Nesthäkchen und einzige Frau), Jörg Kröger (unser Frühaufsteher und Teigmacher), Peter Erdmann (mit 50 unser Oldie). Der der so zuverlässig für die Rechnungen, fürs packen der Brote und die Auslieferung da ist, heißt Volkmar Kensbock. Weiterhin sind Marianne Alex und Ulrike Gerlach zu erwähnen, die auch bei Eiseskälte auf dem Markt unsere Brote verkaufen. Wir sind in diesem Jahr an unsere Produktionsobergrenze herangerückt. Vielleicht haben wir sie auch schon überschritten. Wie die vielen Brote, Brötchen, Croissants usw. in unserer kleinen Räumlichkeit gebacken werden konnten ist sicherlich nur zu verstehen, wenn man die tolle Zusammenarbeit aller Beteiligten erlebt.
Christian Fries

Der Naturkost-Lieferservice
Im Dezember 1996 fing alles an .... Wolf Dietrich Kloth begann damals, das Gemüse-ABO als zusätzlichen Service des Hofladens einzurichten, um die guten Medeweger Frischeprodukte unter die Schweriner zu bringen. Anfangs waren es etwa 30 Kunden, die einmal wöchentlich mit frischem Gemüse und Obst, bald darauf auch mit Brot und Eiern nach Hause beliefert wurden. Das Interesse wuchs zusehends, die viele Arbeit war allein nicht mehr zu schaffen. Im Januar 1998 kam ich, Katrin Klein dazu und unterstützte Wolf Dietrich Kloth schrittweise bei Lieferfahrten, Packarbeiten und Planungsaufgaben. Inzwischen werden wöchentlich über 150 Kunden beliefert. Dabei steht allen Kunden das gesamte Naturkostsortiment zur Auswahl. Partner sind: Der Hof Medewege mit Eiern, Milchprodukten, Fleisch und Wurstwaren, Feingemüse, Kartoffeln und Möhren. Die Gärtnerei Hof Medewege mit frischem Feldgemüse. der Obstbau Hof Medewege mit Tafelobst und herzhaften Fruchtsäften, die Mühlenbäckerei, die Imkerei und regionale Erzeuger wie unter anderen: Demeter-Obstbau Facklam in Stralendorf, Opas Bauernhof Neuenhagen bei Klütz Bioland, Demeter-Eschenhof Groß Rünz bei Rhena, Meck-Bio aus Kölln bei Güstrow, der Zimmenhof Nähe Güstrow, Sophienhof und Hof Zandershagen Nähe Stralsund. Die Domäne Fredeburg bei Ratzeburg, der Kranichhof vom Schaalsee, die Firma Biofrisch Nordost als regionaler Großhandel für ökologisch erzeugte Produkte aus Vorpommern und Brandenburg, die Firma Grell Naturkost in Kaltenkirchen als Großhandel für Bioprodukte aus Schleswig Holstein und Niedersachsen - um nur einige zu nennen. Dabei besteht eine enge und sehr angenehme Zusammenarbeit mit dem Hofladen für die Auswahl und den Einkauf frischer regionaler Produkte. So ist es möglich, durch den gemeinsamen Einkauf größerer Mengen gelegentlich Produkte günstiger anzubieten, zur Freude aller Kunden. Damit alles reibungslos funktioniert, arbeiten seit Dezember 2000 Marina Hornig im Pack- und Lieferbereich und seit dem Frühjahr Knopf Burghardt als Fahrer mit großem persönlichen Einsatz mit. Das Gemüse ABO hatte sich damit zu einem eigenständigen Betriebszweig entwickelt. Wolf Dietrich Kloth übergab mit der Gründung seines Obstbaubetriebes die Verantwortung an mich. Dank der zahlreichen Unterstützung aller auf dem Hof Medewege wirtschaftenden Bereiche habe ich mich im Mai 2002 entschlossen, das Gemüse-ABO in Form des Naturkost-Lieferservice als eigenständigen Betrieb weiter zu führen. Dabei kann ich auch weiterhin auf die sehr zuverlässige Unterstützung von Marina Hornig, (sie erzeugt auch den leckeren Joghurt und Quark für den Hof) und die ausgeglichene und bei allen Kunden beliebte Arbeit unseres freundlichen Fahrers Knopf Burghardt zählen. Über das Jahr hatten wir immer wieder Unterstützung von freundlichen Aushilfen, wie im Vorjahr von Rainer Herold und Heike Wagner, Rüdiger und Michael Dohse, Erich Ramm, Andreas Hammer und in diesem Jahr von Anita Rehm und Wiebke Hackbusch. Der Naturkost-Lieferservice ist ein fester Bestandteil der Wirtschaftsgemeinschaft auf Hof Medewege. Die Gründung, das Wachsen und die jetzige Struktur sind das Produkt gemeinsamer Arbeit und Ideen vieler Beteiligter auf dem Hof. Wir möchten gern noch viele Menschen in und um Schwerin erreichen. Nicht nur um die hier erzeugten Produkte zu vermarkten, sondern auch um immer ein kleines Stück der Medeweger Vielfalt mit in die Gemüsekiste zu legen. Ein Stück der Gemeinschaft mitgeben, die so vielen von uns gut tut.
Katrin Klein

Wir sind dazugekommen!
Seit Oktober 2001 lebe ich, Mechthild Breme, mit meinen beiden Kindern Bente (4j.) und Simon (9J.) hier in Medewege. Wir wohnen im Gutshaus.
Von Beruf bin ich Bildhauerin und Kunsttherapeutin. Die beiden letzten Jahre habe ich neben dem Mutter- und Haufrausein die Rauchbrandkeramik für mich entdeckt. Die Gefäße forme ich in der Hand - ausgehend von einer Kugel als Urform. Nach mehrfachem Polieren mit einem glatten Stein (daher der Glanz) werden sie geschrüht (1. Brand) und kommen anschließend in eine Tonne mit Sägespäne für den langsamen Rauchbrand. So entstehen die sehr unterschiedlichen Grauschwarzfärbungen - jedes Stück ein Unikat.
Seit dem Sommer arbeite ich zudem auch wieder therapeutisch (Plastisch-Therapeutisches Gestalten) in Zusammenarbeit mit Frau Dipl. med. Dorothea Oertel teils hier am Ort, teils in der Waldorfschule in Schwerin. Gemeinsam mit Claudia Holst (Pressel-Massage) und Andreas Just aus Berlin (Gesangstherapie) sind wir in der Gründungsphase eines Therapeutikums.
Weiterhin will ich im nächsten Jahr ein offenes Atelier mit Töpferwerkstatt hier auf dem Gelände einrichten - als Raum für meine eigene künstlerische Arbeit, aber auch offen für kleine und große Leute, die ebenfalls "werkeln" und “künstlern" möchten. Falls Sie Interesse an zukünftigen Kursangeboten oder an Rauchbrandkeramik haben, können Sie sich gerne bei mir melden- oder Sie schauen einfach mal herein.
Mechthild Breme

Und ...
Nicht alle Bereiche haben in diesem Rundbrief einen eigenen "Beitrag" beisteuern können. So hatten die Bäckerei und der Naturkostlieferservice bisher noch keine Erwähnung gefunden, was mit Betonung der Wichtigkeit, die diese Arbeitsbereiche und die dort beschäftigten Menschen für unser Projekt haben, hiermit nachgeholt sei.
Die Imkerei hat in diesem Frühjahr mit dem Wegzug der Familie Heldt einen neuen Standort südlich von Schwerin gefunden, wobei aber eine Reihe von Bienenvölkern hier Ihren Platz beibehält.
Der Waldorfkindergarten schließlich, der in diesem Jahr in Medewege die dritte Kindergruppe eröffnete und mit seinen Kinderscharen stets für das notwendige Leben am Platz sorgte und dem es zum großen Teil zu verdanken ist, dass immer neue Menschen ihren Weg hierher gefunden haben und weiterhin finden…
Ihnen allen ein herzliches Willkommen im neuen Jahr!

Im Herbst 2000
Schwerin, den 18. Oktober 2000

Liebe Freunde der Verantwortungsgemeinschaft!
Ein halbes Jahr ist vergangen seit dem letzten Rundbrief mit der Einladung zum
Ökoscheunentreffen zum l. Mai. Daher wird es höchste Zeit, dass wir wieder einmal etwas von uns hören lassen. Unser Ökoscheunentreffen war eine gelungene Veranstaltung, zu der ca.50 interessierte Menschen gekommen waren. Wir hatten die Scheune etwas von den sie umarmenden
Pflanzen befreit und die Tore weit geöffnet. Der gröbste Müll war beräumt und so konnten die Besucher durch dieses große Gebäude wandeln und ihrer Fantasie für zukünftige Nutzungen freien
Lauf lassen. Mit kommunikativen Aktionen und in Diskussionsrunden wurden die Vorstellungen
ausgetauscht. Deutlich wurde, dass sich alle diese Scheune als einen Raum für vielfältige
Nutzungen und Aktivitäten unter den Themenbereichen der Ökologie denken können. Es bildete
sich auch ein Arbeitskreis Ökoscheune, der sich mit den konkreter werdenden Fragen zur Nutzung
befasst.
Im Sommer herrschte auf dem Gutsgelände schon rege Betriebsamkeit. Neben vielen privaten
Bekannten und Verwandten die hier einen Teil ihres Urlaubs verbrachten, campierten im Gutsspark
auch einige junge Leute vom Internationalen Bau Orden. Leider konnte diese Organisation statt für je 3 Wochen 12-16 Menschen nur etwa ein Viertel senden, doch die leisteten dank der
unermüdlichen Hilfe und organisatorischen Fähigkeiten von Peter Zimmer, Uwe Kurzbein und
Frank Schneeberg umso mehr. Der große alte Kuhstall (zukünftige Scheune für Getreide und
Gemüse) und die Hälfte seines flachen Anbaus haben jetzt sanierte Dächer. Ohne diese Maßnahme wären spätere Sanierungsvorhaben Neubauten gleichgekommen. Die Arbeiten waren
sicherheitstechnisch möglich gemacht worden durch die Anschaffung eines modemen Baugerüstes. Kleinere Dachausbesserungen erhielten der Pferdestall und die Schmiede. Finanziell möglichgemacht wurden diese Aktionen mit dem hauptsächlich von Peter Zimmer dem Verein zur
Verfügung gestellten Darlehen. Hierbei sei noch einmal an den Mut erinnert, diese bestandssichernden Maßnahmen für die Zukunft zu leisten, trotzt der in der Schwebe liegenden
Eigentumsfrage.
Auch die Möglichkeit dem Verein Kapital gegen Spendenbescheinigungen zukommen zu lassen
soll nicht unerwähnt bleiben.
Wir freuen uns über die Einrichtung des Schulgartens der Schweriner Waldorfschule auf dem
Gutsgelände und die damit intensivere Verbundenheit mit der Waldorfinitiative.
Ende Mai und Ende September feierten wir gutbesuchte Hoffeste, zu denen auch das Gelände
immer ein bisschen herausgeputzt wird. Es ist sehr schön zu sehen wie eine wachsende Schar von
Stammgästen auf diese Weise ihre Verbundenheit für unser Projekt bekundet. Es wird uns auch
immer wieder die Bewunderung für die dargebotene Vielfalt entgegengebracht. Das ist im Hinblick
auf ein Ausfüllen des Gutsgeländes mit Projekten mutmachend.
Derweilen hat die Stadtverwaltung schwer damit zu tun, das Gelände zu verwalten; überall kommen neue Mietverträge, Stromabrechnungen, Mülltonnenbedarfsberechnungen etc. aus den Amtsstuben geflattert. Für die Übernahmeverhandlungen wird seit einigen Monaten an einem neuen Wertgutachten gerechnet, welches das vorherige wertlose ersetzen soll. Die Stadtverwaltung hat betont, dass unser Projekt für das dezentrale BuGa-Pojekt "Medeweger Land" die Schlüsselrolle spielt, und für ein gutes Gelingen und das Einbeziehen von Fördermitteln eine Ausweitung auf weiterführende Attraktionen sinnvoll erscheint. In diesem Sinne ist eine Verbindung mit finanzkräftigen Partnern unumgänglich. Einerseits, weil die hier vorhandene Gemeinschaft nicht über ihre Kompetenzen hinaus wirtschaftliche 'Risiken eingehen kann und will, und andererseits die eher flügellahme Stadt kein ernstzunehmenden Wirtschaftspartner sein kann, wenn es um die Realisierung von gemeinsamen Projekten geht. Uns stellt sich jedoch auch die Frage, wann das Gut Medewege dem Verein der hier lebenden, arbeitenden und somit diesen Ort verantwortenden
Menschen übergeben werden kann. Im Schulterschluss mit der Stadt das Vorhaben Buga anzugehen wo es viel gemeinsam zu gestalten gibt sollte das eine Ziel sein; das andere ist die freie Entscheidungskraft zu wahren für unsere Projekte deren Gelingen an sozialen und ökologischen Werten gemessen werden sollte.
Häufig wird uns die Frage gestellt nach einer konkreten, bildhaften Darstellung unserer Visonen
vom Ganzen. Ein Prospekt dafür ist in Arbeit.
Wir möchten demnächst alle Freunde und Interessierte unserer Initiative einladen zu einem Treffen, welches den Charakter eines "Runden Tisches" haben kann, und so die Möglichkeit bietet, den weiteren Handlungsrahmen abzustecken.
Freundliche Grüße

Zur Weihnacht 1999

Verantwortungsgemeinschaft Medewege e. V.
Hauptstr.15
19055 Schwerin
Tel:0385/55091 54

Schwerin, den 21. Dezember 1999

Liebe Freunde, Bekannte und Mitglieder Verantwortungsgemeinschaft!
Hiermit möchten wir damit beginnen möglichst aktuell über die jeweiligen Vorkommnisse und evtl. anstehenden Aktivitäten zu informieren.
Gerne schreiben wir alle an, die es möchten; wenn Sie Bekannte haben, die sich für unsere Sache interessieren lassen sie es uns wissen!     ,
Unsere Schnupperveranstaltung im November war für uns ein anregender Abend, an dem sich auch herausstellte, dass sich Freunde finden, die tatkräftige Unterstützung anbieten. Hier sei nochmals angemerkt, dass wir jede Anregung zum Gestalten unserer Aufgabe gerne annehmen.
Am 2.12.99 hatte der Vereinigungsvorstand eine Besprechung mit dem Architekten Herrn Uwe Kurzbein. Hierbei ging es um die in der Schnupperveranstaltung angeregte Bildung von ''Runden Tischen" zu den einzelnen Sachgebieten.
Ergebnis: Es werden drei ''Runde Tische" gebildet:
1.) Gemeinschaftsidee, soziale Inhalte
diese Runde beschränkt sich auf die aktiv auf dem Gelände tätigen Verantwortlichen.
2.) Planung, Nutzung Termin: 6.Januar2000, 20.00Uhr
hier soll konkret geplant werden, ein räumliches Bild entstehen, bereits vorhandene Planungen mit weiteren Wünschen etc. verknüpft werden. Hier soll gerne von "Außen" mit eingegriffen und geholfen werden!
Wir haben hierfür Herrn Kurzbein den Auftrag erteilt über Grundbedingungen Klarheit zu schaffen was offene Fragen der Nutzungsplanung, Bebaubarkeit; Straßenführung; Bahnübergang etc. betrifft.
Herr Kurzbein wird konstruktiv an der weiteren Vorgehensweise mitarbeiten und zu den einzelnen erforderlichen Schritten jeweils von der Verantwortungsgemeinschaft den Auftrag erhalten diese zu tun.
3,) Finanzen Termin: 20.Januar2000, 20.00Uhr
in dieser Runde soll über die verschieden Möglichkeiten der Finanzierung der gemeinsamen und gemeinnützigen Investitionen nachgedacht werden.
Konkret: Private Mittel aus Bekanntschaft, Verwandtschaft, Private Darlehen, Fördermitttel.
Wir würden uns sehr freuen, Sie bei diesen Treffen begrüßen zu können!
Viele herzliche Weihnachtsgrüße und alles Gute für' s neue Jahr