Heizmist - Mistheiz

Stroh zu Gold

Georg-Wilhelm Jahn, 2008:

Gemeinsam mit dem Landwirtschaftsbetrieb wollen wir mit einem Forschungs- bzw. Versuchsvorhaben die bei der Rotte und Kompostierung vom Mist unserer Tiere entstehende Wärme nutzen.
Einerseits möchten wir die Wärme durch unsere bereits arbeitende Erdwärme-Wärmepumpe nutzen und ermitteln mit welchen Wärmemengen zu rechnen ist. Andererseits soll auch die Möglichkeit entstehen  zwischen den verschiedenen Mistlagern mit einem regelbaren Wärmeaustausch die Rotte zu lenken.
Erkenntnisse hieraus können für alle biologisch wirtschaftenden Betriebe von großem Nutzen sein.
In der Praxis entstehen häufig hohe Energie- und Nährstoffverluste durch fehlgeleitete Rotteprozesse. Meistens sind zu hohe oder zu niedrige Temperaturen der Miststapel die Ursache.
Auf unserem Betrieb fallt der Mist von ca. 45 Milchkühen,  60 Tieren Nachzucht, sowie von ca. 40 Mastschweinen und ca. 500 Hühnern an.

Für den anfallenden Mist stehen hauptsächlich drei verschiedene Lager zur Verfügung:
Mistlagerstätte I:     Tieflaufstall: Hier wächst der Mist durch das zweimalige Einstreuen mit Stroh auf einer Lauf- und Liegefläche im Laufe des Winters zu einem festen Stapel im Stall an.
Mistlagerstätte II:    Dunglege: Hier werden die Exkremente von den Laufgängen und -höfen zusammen mit Stroh und Futterresten täglich auf  einen Haufen aufgesetzt.
Mistlagerstätte III:   Kompostplatz hier wird der Mist der erstgenannten Lagerbereiche zu Kompostmieten aufgesetzt.

Es gibt kaum Daten und Informationen auf die zurückgegriffen werden kann. Das Ingenieurbüro welches unsere Wärmepumpe geplant hat, ist beauftragt, mit einer Projektstudie Hinweise zur Steuerung, Ausführung und zum Monitoring der Anlage zu geben.

Seitens unserer Berufskollegen und Demeter-Freunde besteht bereits reges Interesse; ebenso aus der landwirtschaftlichen Sektion in Dornach.
Träger des Vorhabens ist der gemeinnützige „Kulturverein Medewege“.